Fünf Regeln für gute Präsentationen

Gute Vorträge halten zu können, ist keine »hohe Kunst«, mit der man gesegnet ist oder nicht. Wenn man grundlegende Einsichten beachtet, kann man mit einiger Übung zum guten Redner werden. Fünf Regeln bilden eine solide Grundlage für diesen Weg.


[Update 08.01.2017]

Ich habe zum Thema „Gute Präsentationen“ ein Erklärvideo erstellt. Weitere Erklärvideos zu verschiedenen Medien- und Schulthemen gibt es auf meinem Kanal.

Außerdem habe ich hier eine Reihe von Tipps und Hinweisen zum Thema Recherchieren und Vortragen.


Hier nun aber die fünf Regeln:

1. Stark beginnen. Und stark enden.

Einstieg und Schluss sind das Rückgrat eines Vortrags.

Mit dem Einstieg gewinnt man die Aufmerksamkeit der Zuhörer und motiviert sie, sich auf den Vortrag einzulassen. Diese Phase muss also mit besonderer Sorgfalt gestaltet werden, da sonst die Gefahr besteht, dass ein Großteil des Publikums gleich von Anfang unaufmerksam ist und »abschaltet«.

Der Schluss rundet eine Präsentation ab und haftet den Zuhörern im Gedächtnis, er ist damit besonders wichtig für die »empfundene Qualität«. Patzer im Mittelteil sind schnell vergessen, wenn der Zuhörer am Ende das Gefühl hat, die Präsentation sei logisch sinnvoll und inhaltlich stimmig abgeschlossen worden.

Es lohnt sich, Einstieg und Schluss intensiv vorzubereiten und auch zu üben.

2. Einen inhaltlichen Rahmen schaffen.

Woran erinnert man sich eher: an einzelne Fakten oder an eine informative Geschichte?

Ein guter Vortrag erzählt im weitesten Sinne eine Geschichte. Man muss keine Märchenstunde abhalten, doch der Inhalt sollte entlang eines Spannungsbogens strukturiert sein, der vom Einstieg bis zum Schluss reicht.

Dieser Bogen kann aus Fragen bestehen, die man zu Beginn in den Raum stellt und am Ende zusammenfassend beantwortet. Er kann aber auch eine Anekdote sein, mit der man einsteigt und auf die man am Schluss wieder Bezug nimmt. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sie sollte aber unbedingt auf diesen Punkt angesetzt werden.

Eine solide Vorbereitung umfasst nicht nur inhaltliche Kompetenz, sondern auch, dass man sich Gedanken über die Struktur der Inhalte gemacht hat.

3. Gliederung transparent machen.

Während der Dauer einer Präsentation nehmen Aufmerksamkeit und Konzentration der Zuhörer immer mal wieder ab. Ohne eine klare Gliederung geht der rote Faden beim Zuhörer schnell verloren und ein Wiedereinsteigen wird schwierig.

Es empfiehlt sich daher, am Anfang des Vortrags die geplante Gliederung kurz vorzustellen und am Ende jeder Haupteinheit einen zusammenfassenden und überleitenden Satz einzubauen. Das gibt dem Redevortrag Struktur und erleichtert es dem Zuhörer, das Gehörte den einzelnen Themenblöcken zuzuordnen.

Eine Visualisierung des Ablaufs kann sinnvoll sein. Man kann beispielsweise die einzelnen inhaltlichen Punkte als grafische Symbole auf einem Strang darstellen, die man nacheinander abarbeitet. So weiß das Publikum zu jedem Zeitpunkt, wo sich der Redner gerade befindet und wie viel Inhalt noch zu erwarten ist.

4. Medien überlegt einsetzen.

Der Medieneinsatz dient der Unterstützung des Vortrags. Ein schlechter Vortrag wird durch den Einsatz von PowerPoint oder Video nicht gut. Eine unbedacht gestaltete PowerPoint Präsentation hingegen — mit viel Gezappel, umhersausenden Überschriften und wild gewordenen Animationen — kann einen guten Vortrag ruinieren.

Die gedanklich Reihenfolge bei der Vorbereitung muss daher lauten:

  1. Was will ich präsentieren? — Inhalt
  2. Wie kann ich das am besten präsentieren? — Struktur
  3. Womit kann ich meine Inhalte am vorteilhaftesten unterstützen? — Medieneinsatz

Medieneinsatz ist für die meisten Themen unerlässlich. Er ist wie das Dach eines Hauses: man kann nicht darauf verzichten, aber ohne Fundament (Inhalt) und Mauerwerk (Struktur) ist es nutzlos.

5. Körpersprache beachten.

Körpersprache unterscheidet sich in einem wichtigen Punkt von der gesprochenen Sprache: man kann nicht den Mund halten. Körpersprache ist immer da, ob man sie beachtet oder nicht. Als Redner ist diese Erkenntnis besonders wichtig, denn die Zuhörer sind auch Zuschauer und lesen — bewusst oder unbewusst — die Körpersignale des Vortragenden.

Seine Körpersprache zu kontrollieren und gezielt einzusetzen ist nicht immer einfach und braucht einige Übung. Hilfreich sind der Spiegel und »Testzuhörer«, die man gut genug kennt, dass sie offen kritisieren können. Manche Kritikpunkte sind sicher schwer zu verdauen, doch muss man sich klarmachen, dass das Publikum bei einem Vortrag die selben Gesten, Gesichtsausdrücke und Verhaltensweisen sieht. Sie sind unweigerlich ein Teil unserer Gesamterscheinung.

Generell gilt: die Körpersprache muss zum Menschen passen. Was bei dem einen Redner als zappelig und fahrig empfunden wird, wirkt beim anderen lebhaft und ungezwungen. Daher kann man allgemeine Verhaltensregeln nur schwer fomulieren. Ein Bewusstsein für die Körpersprache und ein gewisses Maß an Kontrolle darüber sind aber unverzichtbar.

Fazit

Diese fünf Regeln sind nicht der Weisheit letzter Schluss. Um als Redner zu brillieren, muss man viele Dinge beachten. Doch wie so oft lässt sich ein großes Stück des Weges mit recht einfachen Mitteln zurücklegen. Die beschriebenen Fertigkeiten kann man sich in überschaubarer Zeit aneignen und ihren Gebrauch üben. Der Erfolg stellt sich nicht über Nacht ein, doch er kommt.

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