Handreichung zur gemeinsamen Arbeit in einem schulischen Wiki

intranet-grundsaetzeDas Intranet meiner Schule besteht seit einigen Jahren und inzwischen arbeiten einige Kollegen aktiv darin mit indem sie ihre konkreten Aufgabenbereiche dort dokumentieren und vorhandene Informationen ergänzen. Näheres dazu habe ich im Beitrag Schulisches Wissensmanagement mit DokuWiki beschrieben.

Um das gemeinsame Erstellen und Bearbeiten der Informationen zu erleichtern und eine möglichst klare Struktur zu erhalten, habe ich recht früh eine Handreichung als »Style Guide« erstellt, mit der Intranet-Einsteiger lernen können, wie sie mit diesem Werkzeug umgehen können. Das erschien mir sinnvoll, weil sonst bald ganz unterschiedliche Methoden zur Strukturierung und Gestaltung von Inhalten eingesetzt werden, so dass die Wiki-Seiten in verschiedenen Bereichen sich strukturell stark unterscheiden können. Das wiederum erschwert die Orientierung und mindert den Nutzwert des Intranets. Daher dokumentiere ich hier die von uns verwendeten Hinweise. Vielleicht sind sie an anderer Stelle ja auch nützlich.

Es werden darin folgende Aspekte behandelt:

  1. Welche Informationen sollten im Intranet eingestellt werden?
  2. Intranet als erste und möglichst einzige Ablage für Informationen
  3. Auf Datei-Uploads möglichst verzichten
  4. Strukturierung von Seiten durch hierarchische Überschriften
  5. Hervorhebung von Text

Material als Text- und PDF-Datei

Die Textdatei erlaubt das einfache bearbeiten, die PDF gibt einen Eindruck, wie das ganze aussieht. Zusätzlich zu DokuWiki verwenden wir das Note-Plugin.

Dieses Dokument steht in einem Bereich »Für Intranet-Redakteure«, den nur Kollegen mit Bearbeitungsrechten im Intranet sehen können. Natürlich berücksichtigen nicht alle Kollegen jeden dieser Hinweise, aber eine erste Orientierung ist damit vorhanden. Und wenn jemand ausgiebig davon abweicht, hat man mit dem Dokument eine schnell verfügbare Möglichkeit für korrigierende Hinweise. Natürlich zeigt dieses Dokument ein Ideal auf, von dem im Alltag an vielen Stellen abgewichen wird (z.B. von den Punkten 2 und 3).

Für den technischen Einstieg gibt es natürlich noch eine Software-Anleitung, in welcher der Umgang mit der Wiki-Software erklärt wird. Diese ist praktisch identisch mit der Einführung, die ich auch für meine Schüler verwende.

 

Mit digitalen Medien besser lernen? Mein Beitrag zur Blogparade

Christian Ebel ruft zu einer Blogparade auf und fragt, welchen Mehrwert digitale Medien beim Lernen bringen können. Dazu möchte ich ein paar Gedanken notieren.


Begriffe

Digitale Medien

Im Kontext der folgenden Beispiele bedeutet »digitale Medien« in der Regel ein »Gerät mit Internetzugang«. Das kann ein Desktop-Rechner, ein Laptop, ein Tablet oder ein Smartphone sein. Meine Schüler und ich benutzen hier ganz verschiedene Geräte, bisher bin ich in keinem Projekt aktiv, das auf die einheitliche Versorgung mit einer bestimmten Hardware setzt. Natürlich sind digitale Medien außerhalb dieser Eingrenzung viel breiter zu verstehen – ein Fernseher ist zum Beispiel inzwischen auch ein digitales Medium – aber es soll hier um konkrete Praxisbeispiele gehen und nicht um eine theoretisch möglichst umfassende Definition.

Im Internet ist mein zentrales Instrument ein Wiki, aber natürlich werden bei der Wiki-Arbeit auch eine Vielzahl anderer Angebote und Techniken im Netz verwendet (Videos, Informationswebsites, Karten, Abbildungen, Mailinglisten etc.).

Lernen

Die meisten Beispiele stammen aus dem Umfeld des formalen Lernens in der Schule, weil das der Bereich meiner hauptsächlichen Erfahrungen ist. Am Ende gibt es noch einige Beispiele aus einem informellen Setting. Man könnte den Lernbegriff aber natürlich noch deutlich weiter fassen.

Beispiele aus der Praxis

Kurswiki mit Oberstufenkursen in Geographie

Ich unterrichte regelmäßig vierstündige Oberstufenkurse in Geographie. In Baden-Württemberg heißt dieser Kurs Neigungskurs, in vielen anderen Bundesländern entspricht das in etwa einem Leistungskurs. Die Schüler können in diesem Kurs eine ihrer Abiturprüfungen schreiben. Die Schwerpunktthemen, die im Abitur geprüft werden, sind zentral vorgegeben, darüber hinaus gibt es einen Reihe von Arbeitsmethoden, die im Abitur vorausgesetzt werden und schließlich sind auch oft organisatorische Aufgaben zu erledigen.

Mit diesen Kursen führe ich seit Jahren jeweils ein gemeinsames Wiki. In diesem Wiki haben alle Schüler und ich Schreibrechte, so dass jeder Inhalte beisteuern kann. In der Regel lege ich die inhaltliche Grobstruktur fest, zum Beispiel indem ich für ein bestimmtes Thema eine Unterseite anlege und dort dann Seiten zu einzelnen Teilthemen einrichte. Die Schüler fassen zum Beispiel Buchinhalte zusammen, notieren anwendungsorientierte Hausaufgaben auf den Wiki-Seiten, fügen Abbildungen und Videos ein, die sie im Netz finden und stellen auch Fragen zu Aspekten, die sich nicht verstanden haben.

Darüber hinaus steuere ich »Tafelanschriebe« aus dem Unterricht bei, die ich in Curio notiert habe und greife regelmäßig Punkte auf, bei denen sich im Wiki zeigt, dass sie noch nicht angemessen verstanden wurden. Durch die gemeinsamen Notizen der Schüler bekomme ich einen Einblick in deren inhaltliches Verständnis der Unterrichtsthemen, aber auch in ihre methodischen Fähigkeiten (zusammenfassen, formulieren, strukturieren etc.), so dass ich regelmäßig Wiki-Beispiele im Unterricht bespreche, um unklare Punkte auszuräumen oder besonders gute Aspekte hervorzuheben.

Das Wiki ist unser gemeinsam geführtes Heft, jedem Schüler steht es frei, auch seine persönlichen Notizen aus dem Unterricht auf einer persönlichen Seite im Wiki zu schreiben oder parallel ein Papierheft zu führen.

Das Wiki bietet aus meiner Sicht viele Vorteile gegenüber der individuellen Heftführung.

  • Im Wiki schreiben und strukturieren mehrere Schüler und ein Lehrer gemeinsam das Material. Das führt für die meisten Schüler dazu, dass sie auf qualitativ bessere Materialien zugreifen können als wenn sie ein individuelles Heft führen würden. Außerdem bekommen sie im Wiki Zugriff auf farbige Abbildungen, auf Videos und Links, die in einem Papierheft nicht möglich wären. Das erleichtert meines Erachtens das Verständnis vieler Inhalte.
  • In einem zweijährigen Kurs, der für die meisten Schüler auf eine schriftliche Abiturprüfung hinausläuft, ist die übersichtliche Organisation der Materialien eine Herausforderung. Wenn man mit der Abiturvorbereitung beginnt, sollte man seine Notizen aus ca. eineinhalb Jahren Unterricht strukturiert nutzen können, um optimale Ergebnisse zu erhalten. Bei Papiermaterialien bedeutet das hingegen für viele Schüler, Lücken und/oder teilweises Durcheinander zu akzeptieren. Im Wiki baut sich der gemeinsame Materialfundus schrittweise auf und bleibt wesentlich übersichtlicher als in einem Papierheft. In Geographie gibt es außerdem mit der Zeit auch Vernetzungen zwischen Teilthemen. Diese lassen sich im Wiki durch Links und Verschlagwortung gut abbilden.
  • Wenn die Schüler Wiki-Seiten gestalten, erhalte ich Einblick in ihren Verständnisprozess. Natürlich nicht permanent für jeden Schüler, aber über den Zeitraum von zwei Jahren doch immer wieder für verschiedene Schüler. So erkenne ich inhaltliche oder methodische Schwächen und kann korrigierend eingreifen. Einerseits kann ich dafür sorgen, dass die Materialien weniger Fehler enthalten als ein Papierheft, andererseits kann ich Probleme im Unterricht erneut aufgreifen, um sie auszuräumen. Zeitliche Beschränkungen bringen es allerdings mit sich, dass ich das nicht flächendeckend für alle Inhalte machen kann. Ich korrigiere nicht jede Seite komplett durch, sondern schaue immer mal wieder rein und spreche an oder korrigiere, was mir auffällt.
  • Die Schüler lernen durch das Wiki, auf ihre gegenseitige Arbeit zu achten und Qualitätsmaßstäbe dafür zu entwickeln. In regelmäßigen Abständen besprechen wir einzelne Teilseiten des Wikis daraufhin, ob sie inhaltlich korrekt, klar strukturiert, sprachlich sauber formuliert sind. Ich halte die Schüler an, einander wertschätzendes, aber inhaltlich kritisches Feedback zu geben. Das braucht meiner Erfahrung nach einige Monate Zeit und mit manchen Kursen kommt es besser in Gang als mit anderen, aber mit dem Wiki fällt diese Art zu arbeiten wesentlich leichter als wenn ich Papierhefte austauschen müsste.
  • Wenn ich eine Klausur zurückgebe, notiere ich mir diejenigen Schüler, die bei einer bestimmten Aufgabe eine mustergültige Antwort verfasst haben. Diese bitte ich dann, ihre Antwort ins Wiki zu übertragen. So können die Mitschüler, deren Antworten nicht optimal waren, auf die sehr guten Antworten zurückgreifen und haben die Möglichkeit, sich bei ihrer Verbesserung wirklich zu verbessern. Ob das freilich genutzt wird, liegt im Freiraum des Einzelnen (das kontrolliere ich inhaltlich nicht).
  • Im Laufe der zwei Kursjahre werden immer wieder geographische oder allgemein schulische Arbeitsmethoden eingeführt und geübt. Das Wiki erlaubt es einerseits, diese zentral zu sammeln, so dass mit der Zeit ein Fundus an Methodenseiten zur Verfügung steht. Andererseits kann ich die Methoden aber auch auf den inhaltlich passenden Seiten verlinken, so dass die Methodik nicht isoliert von den Inhalten steht. Das Wiki selbst führt die Schüler an digitale Arbeitsmethoden heran, die meines Erachtens für ihre spätere Arbeit wichtig sind: Strukturieren größere Themeneinheiten, Gliederung von Seiten, Arbeiten mit Hypertext, Verwendung einer symbolischen Auszeichnungssprache (Wiki-Syntax), Einbinden von Webressourcen unter Beachtung von angemessenen Quellenangaben, kritische Prüfung von Webressourcen, kollaboratives Arbeiten, konstruktives Feedback mit digitalen Mitteln etc.
  • Im Kurs gibt es auch immer wieder organisatorische Aspekte zu klären: Wandertag, Weihnachtsfeier, Teilnahme an einem schulischen Fußballturnier, Planung und Durchführung einer großen Exkursion. Im Wiki kann ich für jeden Anlass schnell und einfach eine Seite anlegen, auf der ich Informationen mitteilen und von den Schülern einholen kann. Wer spielt beim Fußball mit? Wer hat eine Monatskarte für den ÖPNV? Wie sind die Zugverbindungen für die Exkursion am Wandertag? All das kann ich digital mitteilen oder erfragen, ohne Papier austeilen und/oder einsammeln zu müssen.

Damit das alles klappt, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein.

  • Das Wiki wird in meinem Fall meist zu Hause genutzt, daher muss ich darauf bauen, dass alle Schüler zu Hause Zugriff auf das Internet haben. Das ist in meinem Fall bei Schülern der gymnasialen Oberstufe in der Regel der Fall. Wenn ein Schüler Probleme damit hat, kann er in unserer Schule eigenständig die Computer in unserer Mediathek nutzen, so dass ich das Wiki einsetzen kann, ohne einzelne Schüler zu benachteiligen.
  • Alle Schüler müssen das Wiki als zentrale Arbeitsform akzeptieren und sich einbringen. Das klappt in der Regel zu großen Teilen, allerdings bringen sich natürlich nicht alle gleichermaßen ein. Ich stelle immer wieder fest, dass die schulische Sozialisation dazu führt, dass Schüler die Haltung haben: Wenn es keine konkrete Note gibt, tue ich auch nichts. Freiwilliges Engagement nur um des eigenen Lernfortschritts willen, ist selten. Daher honoriere ich Engagement im Wiki auch dadurch, dass ich es als Unterrichtsbeitag werte. Wenn ich Unterrichtsnoten mache, schaue ich also auch ins Wiki. Ich greife keine einzelnen Beiträge heraus, sondern verschaffe mir einen Überblick, welche Schüler sich in welchem Umfang eingebracht haben. Das bringt vor allem stillen Schülern oft eine Möglichkeit, gute Unterrichtsbeiträge zu machen, ohne sich im Unterricht ständig melden zu müssen.
  • Die technische Infrastruktur muss verlässlich laufen. Mein Wiki hoste ich selbst bei einem guten Webhoster. Daher läuft es meist problemlos. Auch unsere schulische Infrastruktur ist in der Summe verlässlich und relativ umfangreich.

Natürlich gibt es auch Nachteile bei der Arbeit mit dem Wiki.

  • Wenn es technische Probleme gibt, ist der gewohnte Unterrichtsablauf nicht mehr möglich. Das war bisher in einigen wenigen Situationen der Fall. Allerdings haben ja weder die Schüler noch ich verlernt, »normalen« Unterricht durchzuführen, so dass dann eben wieder individuelle Aufschriebe und Arbeitsblätter in den Vordergrund rücken. Um die wertvolle gemeinsame Arbeit zu sichern, erstelle wöchentlich ein komplettes Backup des Wikis, so dass ich auch bei einem (sehr unwahrscheinlichen) Komplettausfall seitens des Webhosters, die Inhalte wieder herstellen könnte.
  • Manche Schüler sehen das Wiki als einfache Möglichkeit, ohne eigenes Zutun von der Arbeit der anderen zu profitieren. Das finde ich völlig inakzeptabel und spreche das im Kurs oder im Einzelgespräch an. Bisher habe ich noch niemanden vom Wiki ausgeschlossen, habe das als Maßnahme für dauerhafte »Schmarotzer« aber im Ärmel.

Hier als Beispiel zwei Screenshots der Startseite unseres Kurswikis.

Startseite Kurswiki

Startseite Kurswiki


Nach dieser ausführlichen Besprechung der Kursarbeit mit dem Wiki werde ich die folgenden Beispiele etwas kürzer halten. Viele der gerade angesprochenen Vorteile gelten analog.

Projektwiki für Gruppen in der Projektarbeit

In Naturwissenschaft und Technik (NwT) arbeiten wir an meiner Schule in Projekten, die typischerweise einige Monate lang dauern, zum Beispiel zum Thema Brückenbau oder Klimaschutz und Gebäudetechnik. Die Schüler arbeiten in kleinen Gruppen und müssen vielfältige Aufgaben im Bereich Planung, Organisation, Koordination, Durchführung und Dokumentation erledigen.

Auch hier arbeite ich mit dem Unterrichtswiki. Es gibt für jede Lerngruppe eine zentrale Seite, auf der ich Inhalte und Informationen zur Verfügung stelle, gleichzeitig hat jede Projektgruppe ihren Bereich, in dem sie sich organisieren kann und wo sie am Ende ihre Dokumentation der Projekts erstellt.

Der Vorteil des digitalen Arbeitens ist hier, dass jedes Mitglied der Lerngruppe zu jeder Zeit den aktuellen Stand einsehen und bearbeiten kann. Kollaborative Beiträge sind in Echtzeit für alle Gruppenmitglieder verfügbar. Früher mussten zum Beispiel Papierseiten ausgetauscht werden. In einem ersten Schritt der Digialisierung wurden auch Dokumente gemailt oder auf einem USB-Stick mitgebracht. Bald gab es aber mehrere Versionen eines Dokuments, es war oft nicht klar, welche die aktuelle Version ist und wer diese gerade hat. Wenn ein Schüler krank war, konnten seine Teammitglieder oft nicht weiter arbeiten.

All diese Aspekte sind mit dem Wiki gelöst und meines Erachtens auch nur mit einer zentralen digitalen Plattform effizient zu lösen. Insofern ermöglicht es das digitale Arbeiten mit einer Internetplattform, die Projektarbeit, die vom Bildungsplan gefordert wird und die in verschiedener Hinsicht ihre eigenen Vorteile und Herausforderungen hat, überhaupt in größerem Umfang durchzuführen. Ohne digitale Hilfsmittel wären Aufwand und Reibung so groß, dass das aus meiner Sicht extrem ineffizient wäre.


Die Erfahrungen aus der Kurs- und Projektarbeit mit dem Wiki habe ich hier zusammen getragen:


Projekt Sinne

In einer neunten Klasse Biologie ergab es sich, dass die Schüler zum Thema Sinne sehr viele Fragen hatten und durch ihr disparates Interesse verschiedene Themengebiete aufwarfen. Mit Hilfe meines Wikis habe ich ein Projekt durchgeführt, bei dem jeweils zwei Schüler ihren Interessen nachgehen konnten.

Auch hier brachte das digitale Arbeiten einige Vorteile:

  • Durch den Zugriff auf das Web war es mir möglich, den Schülern ein breites Spektrum von Themen zuzugestehen, weil ich davon ausgehen konnte, dass sie dazu jeweils fundierte Materialien finden würden. Das digitale Arbeiten hat in diesem Fall also die Individualisierung deutlich erleichtert.
  • Im Zuge der Recherche konnten wir den wichtigen methodischen Aspekt »Beurteilen von Infomrmationsmaterialien« inhaltlich sinnvoll einbinden und anwenden.
  • Die Schüler erarbeiteten ihre Inhalte im Wiki, so dass ich auch hier den Entstehungsprozess der Texte verfolgen konnte. Insgesamt habe ich in drei Durchgängen die noch unfertigen Produkte kommentiert. Die Schüler haben meine inhaltlichen und methodischen Rückmeldungen dann eingearbeitet. Dadurch sind meines Erachtens deutlich bessere Texte entstanden als das ohne Feedback der Fall gewesen wäre. Das Feedback in Papierform zu organisieren, wäre für beide Seiten sehr aufwändig gewesen.
  • Da die Arbeitsergebnisse digital vorlagen, konnten wir ihnen größere Relevanz und Wirkung verschaffen als das in Papierform möglich gewesen wäre: Einerseits verarbeiteten wir sie zu Postern, die im Schulhaus ausgestellt wurden, andererseits wurden sie als Wiki-Seiten veröffentlicht und stehen seither anderen Menschen zur Nutzung zur Verfügung. In der Summe erhalten die Seiten dieses Projekts pro Monat etwa sechshundert Seitenaufrufe, wobei einzelne Schülerseiten durchaus zweihundert bis dreihundert Aufrufe bekommen. Einige der restlichen Seiten werden immerhin dreißig bis vierzig Mal pro Monat aufgerufen. Durch diese Zahlen konnten die Schüler erfahren, dass ihre Inhalte für andere relevant sind und ihre Arbeit auch außerhalb der Schule etwas zählt.

Klexikon Projekt

Mit einer zehnten Klasse habe ich drei Doppelstunden lang zum Kinderlexikon Klexikon beigetragen. Hier ein Ausschnitt aus meiner Projektbegründung für die Schüler:

Worum geht es?

Im Internet kann man eine Menge lernen. Dass das so ist, liegt unter anderem daran, dass viele, viele Menschen ihr Wissen und ihr Können bereitwillig und frei mit anderen Teilen. Auf diese Weise sind in den letzten Jahren beeindruckende Plattformen wie z.B. die Wikipedia, die Fotosammlung flickr oder auch YouTube entstanden.

Wenn man das Netz intensiv nutzt (wie wir das wohl alle tun), finde ich es angebracht, hin und wieder (oder sogar regelmäßig) »etwas zurückzugeben«. Man kann das in vielerlei Form tun und eine davon möchte ich in den nächsten Stunden mit Euch umsetzen.

Seit einiger Zeit gibt es ein Projekt namens Klexikon, das sich zum Ziel gesetzt hat, ein Online-Lexikon für Kinder zu realisieren. Bis Ende 2015 sollen 1000 Artikel enthalten sein. Wir werden versuchen, dazu einige Beiträge zu leisten.

Was könnt Ihr dabei lernen und mitnehmen?

  • Ihr könnt Euch thematisch in einige eng umrissene Themenbereiche der Biologie oder Geographie einarbeiten.
  • Ihr könnte lernen, Texte klar und angemessen zu strukturieren.
  • Ihr könnt lernen, wie man Texte und Materialien auf ein angestrebtes Publikum ausrichtet. Das bedeutet nichts anderes, als zu lernen, effektiv zu kommunizieren (man nennt das auch »adressatengerecht«: ein Adressat ist eine Person, an die man eine Botschaft richtet).
  • Ihr könnt die Erfahrung machen, Eure Intelligenz und Eure Tatkraft unentgeltlich einer guten Sache zur Verfügung zu stellen und so einen positiven Impuls im Netz zu hinterlassen.

Klexikon Projekt

Klexikon Projekt

Klexikon Projekt

Die Vorteile des digitalen Lernens in diesem Kontext: Durch kollaborative digitale Medien im Web, wie zum Beispiel durch die Wikis der ZUM, gibt es überhaupt erst Projekte wie das Klexikon oder die Wikipedia. In analoger Form könnten sie nicht realisiert werden und daher könnten Schüler nicht die Erfahrung machen, an ihnen mitzuarbeiten.

Das Netz als kulturelles Phänomen ist eine gesellschaftliche Tatsache und spielt im Alltag der Schüler eine große Rolle. In diesem Fall konnte ich durch digitale Medien den Schülern die Möglichkeit geben, sich aktiv in ein größeres, kollaboratives Projekt einzubringen. Für die meisten war das eine neue Erfahrung, da sie das Netz außerhalb meines Unterrichts bisher nur konsumierend genutzt hatten. Ich hoffe, damit ihre Perspektive auf das Netz und seine gesellschaftlichen Möglichkeiten erweitert zu haben.

Lernen mit Videos und Blogs

In letzter Zeit bin ich verstärkt auf Videos als Instrumente für das Lernen aufmerksam geworden.

Einen praktischen Vorgang zeigen und erklären

Für den NwT-Unterricht habe ich ein Video erstellt, das erklärt, wie man mit einer Handsäge korrekt umgeht. Das habe ich bisher im einführenden Handwerkskurs im Präsenzunterricht gemacht, was verschiedene Nachteile hatte:

  • Nicht alle Schüler konnten gut sehen, was ich tue.
  • Die verbale Erklärung musste beim ersten Mal verstanden werden, da sie nicht wiederholt wurde.
  • Schüler, die am Tag der »Vorführung« fehlten, verpassten die Erklärung.

Durch die Möglichkeit, das digitale Medium Web-Video zu nutzen, konnte ich diese Nachteile ausmerzen.

  • Ich kann filmen, was ich tue und es dabei erklären. In der Nachbearbeitung kann ich auf wichtige Begriffe und Aspekte noch einmal besonders hinweisen.
  • Das Video kann beliebig oft abgerufen werden. Wer es beim ersten Mal noch nicht richtig versteht, kann es erneut anschauen, fehlende Schüler verpassen die Erklärung nicht.
  • Nach dem ersten Aufwand, das Video zu erstellen, habe ich im Unterricht Zeit, beim Einüben der Tätigkeit zu helfen und muss nicht viele Male die grundlegende Erklärung wiederholen (damit sind hier auch die wesentlichen Vorteile des flipped classroom genannt, auch wenn ich das Konzept in diesem Fall nur in einem Einzelfall umgesetzt habe).

Die Idee ist, nach und nach verschiedene Tätigkeiten als Videos zu zeigen, so dass mit der Zeit ein Fundus entsteht, auf den ich zurückgreifen kann.

Videos und Blogs in informellen Lernsettings

In meinem Beitrag über Lernvideos im ZUM Blog sind viele Beispiele zu sehen, wie große und kleine Organisationen oder auch Privatleute einzelne Themen in Form von Erklärvideos darstellen. Jeder, der sich für diese Themen interessiert, kann mit diesen Videos lernen. Man kann sie im formalen Kontext der Schule oder anderer Bildungseinrichtung einsetzen, sie können aber auch beim informellen Lernen oder bei der persönlichen Aufarbeitung von Schulinhalten genutzt werden. Viele Schüler berichten mir, dass sie genau das tun: Wenn sie einen Sachverhalt im Unterricht nicht richtig verstanden haben, suchen sie nach Videos im Netz, um die Verständnislücke zu schließen.

Ähnliches gilt in vielen Themenbereichen außerhalb des klassischen Fächerkanons der Schule. Wer sich zum Beispiel für die Arbeit mit Holz interessiert, findet im Web eine große Zahl von Blogs und YouTube-Kanälen, auf denen zumeist themenbegeisterte Privatleute ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen.

Hier bieten digitale Medien den Vorteil, dass sie sowohl das »Lehren« als auch das Lernen deutlich erleichtern indem sie »Lehrer« und Lerner überhaupt erst zusammen bringen.

Die Nutzung von günstigen Kameras und kostenlosem Web-Video oder das einfache Einrichten eines Blogs erniedrigen die Eingangsschwelle für potentielle »Lehrer«, so dass viele Menschen ihr Wissen einer großen Zahl von Lernern zur Verfügung stellen können und dies auch tun. Dadurch verbreitert sich das das Angebot von Lerninhalten und manche Themen werden dadurch überhaupt erst außerhalb von formalen Lernsettings zugänglich. Am Beispiel Holzhandwerk: Früher musste man in der Regel eine Lehre in diesem Bereich machen, um die Grundlagen des Handwerks zu lernen. Wenn man anderweitig berufstätig war, schied diese Möglichkeit aus und die Inhalte blieben einem in der Regel verwehrt. Heute kann ein Hobbyist mit entsprechender Motivation im Netz viele Einblicke gewinnen und sich viel Wissen selbst erarbeiten. Das persönliche Feedback, das im formalen Kontext der Handwerkslehre vorhanden ist, fehlt natürlich, was für einen Hobby-Handwerker aber zu verkraften ist, zumal man einen Teil des Feedbacks auch über Foren erhalten kann.

Fazit

In den Beispielen zeigt sich meines Erachtens, dass digitale Medien in vielen verschiedenen Bereichen Vorteile bieten und damit das nicht-digital unterstützte Lernen bestens ergänzen können. Diesem würde ich aber natürlich dennoch seinen Platz einräumen: Auch in Zeiten von Erklärvideos auf YouTube muss man lernen, sich Inhalte aus einem Text zu erarbeiten oder einen Roman zu erschließen. Allerdings gibt es meines Erachtens wenige Kontexte, in denen digitale Werkzeuge nicht zumindest eine Erleichterung bei der Sicherung und der Organisation des Lernens bringen können (z.B. in Form von digitalen Notizen verschiedenster Art).

Digitale Werkzeuge sind für mich auf allen Ebenen des Lernens eine zentrale Stütze: Bei der Erschließung von Inhalten, bei der Zusammenarbeit an Projekten, bei der Organisation von Lernprozessen, bei der Beratung zu Lernprozessen, bei der Sicherung und Strukturierung von Materialien. Vieles davon lässt sich natürlich auch ohne digitale Hilfsmittel bewerkstelligen und ich möchte es ausdrücklich dem Ermessen des Einzelnen überlassen, wie intensiv die digitalen Medien in den persönlichen Bereich integriert werden. Dennoch halte ich die Potentiale für so vielversprechend, dass wir sie im Kontext der Schule meines Erachtens so gut wie möglich nutzen sollten. In den nächsten Jahren scheint mir eine der Hauptaufgaben darin zu liegen, die dafür nötigen Rahmenbedingungen (z.B. Infrastruktur, Sicherheit, Verhaltensregeln, best-practice-Beispiele) in der Breite der Schullandschaft zu etablieren.

[Mac + Schule] Dateien in Curio als Verweis (Alias) einbinden anstatt sie zu kopieren

Bei der Unterrichtsplanung und -dokumentation mit Curio sollte man meines Erachtens darauf achten, nicht ständig Kopien der eingebundenen Dateien zu erzeugen. Curio ist nämlich standardmäßig so eingestellt, dass beim Drag-and-Drop aus dem Finder Dateien immer kopiert werden. Wie man das vermeidet, habe ich in diesem Video erklärt.

Wenn man das Erstellen von Verweisen als Standard einstellen möchte, kann man das mit einem Terminal-Befehl tun. Er ist auf der Seite Curio 9 Advanced Power User Settings unter dem Stichwort »Embed Assets« zu finden.

Freie Abbildungen zum Themenbereich »Atmosphäre«

In letzter Zeit (teilweise auch schon etwas länger her) habe ich für verschiedene Projekte grundlegende Abbildungen zum geographischen Themenbereich »Atmosphäre« selbst erstellt — in der Regel deshalb, weil es keine entsprechenden Abbildungen unter freien Lizenzen gab, ich aber welche brauchte oder haben wollte.

Ich habe diese Abbildungen auf Wikimedia Commons hochgeladen. Da sie aber nicht in der Wikipedia verlinkt sind, findet man sie dort nicht, wenn man nicht konkret danach sucht. Die Abbildungen könnten für andere Geographielehrer auch interessant sein, (z.B. für die Arbeit im ZUM Wiki), daher verlinke ich sie hier.

Teilweise ist eine Abbildung sowohl als bearbeitbare .svg-Vektorgrafik als auch als .png-Datei vorhanden. Das liegt daran, dass der svg-Export meines Grafikprogramms (iDraw) das Layout teilweise etwas verschiebt und ich wollte, dass immer auch eine korrekt dargestellte Version vorhanden ist.

Migrating a website from Textpattern to WordPress

This post is in English to make it available to a wider international audience. When I was trying to find hints or tutorials for migrating my long-term Textpattern site to WordPress, I hardly found anything that wasn’t several years old. So I’m documenting my approach hoping that some will find it useful.


I’d been running my blog rete-mirabile.net using Textpattern as its CMS for eleven years. The site structure was elaborate, about 400 posts had accumulated in that time. While Textpattern (TXP) is – in my opinion – still a CMS that has its place and can build complex sites with an elegant back-end, it is not a modern blogging system. I found it lacking in areas such as the comments (moderation, spam prevention, comment subscriptions), integration with other web services, integration with desktop blogging apps (which I’d like to use), themes (especially mobile ones), and Markdown support (which has become my favourite writing syntax). Recently, I started a new blog using WordPress (WP) and realised that WP had developed into a powerful blogging engine during the years I hadn’t been looking at it. So I decided to migrate my blog from Textpattern to WordPress.

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[Mac + Schule] Mindmaps exportieren und importieren mit Curio

Curio ist der Dreh- und Angelpunkt meiner täglichen Unterrichtsplanung und -organisation. Ich benutze das Programm schon mehrere Jahre, aber es ist so vielfältig, dass ich immer noch neue und nützliche Funktionen entdecke.

Unter anderem kann man in Curio Mindmaps erstellen und flexibel gestalten. Nun wollte ich vor Kurzem eine Mindmap an jemanden weitergeben, der sie in einem anderen Programm bearbeiten wollte. Dabei stellte sich heraus, dass das mit Curio gar kein Problem ist. Curio kann Mindmaps in verschiedenen Formaten exportieren und importieren.

Exportieren

Um eine Mindmap zu exportieren, klickt man sie an, um sie auszuwählen und klickt dann den Share-Button in der Symbolleiste. Zusätzlich zu den dort sonst üblichen Optionen zeigt Curio nun die Möglichkeit an, die Mindmap in vier verschiedenen Formaten zu exportieren. Dabei ist OPML ein hersteller-unabhängiges XML-Format, das sehr viele der nicht explizit genannten Programme verstehen.

Mindmap export in Curio

Mindmap export in Curio

Importieren

Der Import von Mindmaps aus anderen Programmen ist noch einfacher: Man zieht die zu importierende Datei auf einen Ideaspace in Curio. Dabei fragt das Programm dann nach, ob es die Datei in eine Curio-Mindmap umwandeln soll.

Mindmap Import in Curio

Fazit

Diese Möglichkeiten machen das Arbeiten mit Mindmaps in Curio sehr flexibel. Ich finde es super, wenn Entwickler auch auf solche scheinbar kleinen Details achten und damit dem Nutzer die Möglichkeit geben, selbst zu entscheiden, welches das beste Werkzeug für eine bestimmte Aufgabe ist.

Wie Getränkedosen hergestellt werden

 

Der engineerguy erklärt sehr anschaulich, wie Getränkedosen hergestellt werden. Das kann man im NwT- oder Technikunterricht sicher mal einbringen, weil klar wird, dass viele einzelne Schritte, viele kleine Optimierungen und fundierte Kenntnis der Materialien und Maschinen nötig sind, um das so hinzukriegen.

Interessant sind auch die am Ende verlinkten weiterführenden Videos.

Gefunden bei The Kid Should See This.

Neuer Motor und neue Karosserie für rete-mirabile.net …

… das Transportgut ist aber gleich geblieben und wurde beim Umladen – so weit ich das sehen kann – auch nicht beschädigt.

Ich blogge seit März 2004 und seither war das CMS Textpattern bei rete-mirabile.net unter der Haube aktiv. Damals war Textpattern ein lebhaft entwickeltes Content Management System, das viele innovative Funktionen mitbrachte und als eines der ersten auf Webstandards setzte.

Ich mag Textpattern immer noch, aber inzwischen ist die Entwicklung ziemlich träge geworden, viele Plugins wurden seit Jahren nicht mehr aktualisiert, moderne Funktionen wie z.B. der Spam-Schutz bei Kommentaren oder das Abonnieren von Kommentaren lassen sich nicht oder nur sehr schwer realisieren.

Vor kurzem startete ich ein neues Blog mit WordPress und war begeistert, was mit einer modernen Blog-Software inzwischen alles geht. Die Spam-Prävention in den Kommentaren, die Abo-Funktion für Kommentare, ein flexibles und mobiles Layout, die Integration mit anderen Programmen und Diensten sowie die aktive Weiterentwicklung und die große Nutzerbasis waren für mich die ausschlaggebenden Aspekte, warum ich nun rete-mirabile.net von Textpattern zu WordPress migriert habe.

Mein altes Design war mir inzwischen außerdem etwas zu verspielt. Allerdings war ich 2007, als ich dieses Design erstellt habe, noch sehr aktiv in den damals aktuellen Webdesign-Entwicklungen »drin«. Inzwischen kenne ich in diesem Bereich nur noch rudimentär aus, weil  z.B. die Themen flexibles und mobiles Webdesign weitgehend an mir vorbei gegangen sind. Insofern verwende ich nun ein vorhandenens WordPress-Theme, das Profis gemacht haben (damit hat rete-mirabile.net nun auch ein mobiles Layout).

Links funktionieren weiterhin

Der Umzug lief reibungslos, nach der Übertragung der Artikel waren aber noch einige Stunden Handarbeit nötig, um z.B. Tags und Downloads wieder zum Laufen zu bekommen. Inzwischen müsste alles funktionieren, die Artikel-URLs sind heil geblieben, einige Meta-URLs wie z.B. die Archivseiten für einzelne Themen habe ich auf entsprechende Schlagwortseiten permanent umgeleitet (denn Cool URIs don’t change).

Die alten Kommentare fehlen allerdings weitgehend. Bei einigen neueren Artikeln mit Kommentaren, die zusätzliche Informationen oder Links enthalten, habe ich die Kommentare manuell übertragen. Da das aber mühsame, zeitraubende Arbeit ist, habe ich das auf einige wenige Artikel beschränkt.

Sollten irgendwo noch Fehler auftauchen, würde ich mich über einen Hinweis freuen.

[Gelesen] Gerstengarbe/Welzer: Zwei Grad mehr in Deutschland

Von Jahr zu Jahr wird die Ahnung konkreter, dass der globale Klimawandel konkrete Auswirkungen auf jeden einzelnen hat. Neun der zehn bisher wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen lagen im 21. Jahrhundert, 2014 war bisher das wärmste Jahr seit Menschen Temperaturen einigermaßen exakt messen.

Dennoch bleibt es schwierig sich vorzustellen, wie genau sich das veränderte Klima auf das Leben und die Gesellschaft in Deutschland auswirken werden. Das Buch Zwei Grad mehr in Deutschland von den Herausgebern Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe und Harald Welzer schließt damit eine wichtige Lücke: Der interessierte Leser kann sich hier ein konkretes Bild machen.

Ich wünsche diesem Buch viele, viele Leser, denn es gibt auf jeder gesellschaftlichen Ebene zahlreiche Möglichkeiten der Anpassung an die zu erwartenden Verhältnisse. Dabei geht das Zielpublikum weit über geographisch Interessierte hinaus: Heutige und künftige Haus- oder Wohnungsbesitzer, Bürgermeister, Mitarbeiter von Verkehrsbetrieben, Landwirte sind nur eine Auswahl der Menschen, die sich über die möglichen Konsequenzen des Klimawandels in Deutschland informieren sollten. Persönliche, wirtschaftliche, politisch und gesellschaftliche Konsequenzen werden fast überall zu spüren sein. Das Buch ist auch ein Plädoyer dafür, sich konstruktiv auf die Veränderungen einzustellen, damit ihre Konsequenzen in einem erträglichen Bereich bleiben.

Ich habe Zwei Grad mehr in Deutschland bei ZUM Buch ausführlich besprochen.

[UPDATE 31.03.2015] Ich habe ein Video über das Buch gemacht, um Schüler auf diesem Wege zu motivieren, das Buch zu lesen und den Einstieg etwas zu erleichtern.

 

Drahtlos auf den Beamer – Ein Versuch

Ich habe meinen Rechner täglich mit in der Schule und projiziere in fast jeder Stunde den Unterrichtsentwurf sowie verlinkte Dateien auf den Beamer. Bisher verwende ich dazu ein vier Meter langes Kabel (Mini-DVI auf HDMI) bzw. ein VGA-Kabel mit Adapter bei älteren Beamern. Axel Krommer hat mich mit seinem Paper Die Demokratisierung des Beamers via AppleTV jedoch auf die Idee gebracht, die Möglichkeiten auszutesten, den Beamer drahtlos anzusprechen.

Der genannte Artikel stellt dazu verschiedene Möglichkeiten vor. Ich wollte das möglichst preisgünstig und mit einem möglichst kleinen Gerät realisieren. Apple TV kam für mich nicht in Frage, weil ich in verschiedenen Räumen unterrichte und das Gerät jeweils mitnehmen muss. Das Apple TV ist zwar klein, aber nicht so klein, dass ich es neben all dem anderen Kram auch noch in meiner Tasche mit mir herum tragen wollte. Außerdem bräuchte ich noch ein entsprechendes HDMI Kabel dazu, was dann Kabel Nr. 4 in meiner Tasche wäre.

Blieb also noch das in Axels Artikel genannte EZ Cast. Das ist deutlich günstiger als ein Apple TV, bei amazon habe ich es für ca. 25 EUR bekommen. EZ Cast unterstützt verschiedene Betriebssysteme und Protokolle zur Bild- und Tonübertragung. Im Folgenden möchte ich meine Erfahrungen damit kurz schildern.

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Gleichzeitiges Arbeiten mit mehreren Benutzern auf »einer« DokuWiki-Seite

Bei DokuWiki ist es nicht möglich, dass mehrere Benutzer gleichzeitig die gleiche Seite bearbeiten (Kennt jemand ein Wiki-System, das das kann?). Das ist ein entscheidender Nachteil gegenüber z.B. Etherpad oder Google Docs.

Wenn man die Ergebnisse mehrerer Benutzer oder Gruppen dennoch ohne großen Aufwand auf einer Wiki-Seite anzeigen möchte, kann man sich mit einem Workaround behelfen. Man braucht dazu das Include Plugin, mit dem man den Inhalt von Wiki-Seiten auf anderen Seiten anzeigen kann, sowie idealerweise das Comment Plugin, das es erlaubt, mit einer Kommentarsyntax (/* */) Seitenelemente auszukommentieren, d.h. sie für den Betrachter der Wiki-Seite unsichtbar zu machen.

In diesem Beispiel gehe ich von vier Gruppen aus, die auf vier unterschiedlichen Seiten arbeiten. Alle Seiten sollen nachher auf der »Master-Seite« angezeigt werden.

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MOOC des KM Baden-Württemberg: Smartphones im Unterricht

Das KM Baden-Württemberg führt einen MOOC zum Thema Smartphones im Unterricht durch. Das finde ich eine tolle Sache.

Zum Einen freut es mich, dass »mein« Kultusministerium sich innovativen und netzbasierten Lernformen in der Lehrerfortbildung öffnet. Das ist ein ermutigendes Signal (man muss allerdings sagen, dass z.B. mit dem Lehrerfortbildungsserver in Baden-Württemberg schon sehr lange das Netz zu diesem Zweck eingesetzt wird, ein MOOC stellt dabei aber, wie ich finde, eine neue Stufe dar).

Zum Anderen freue ich mich über das Thema, denn wenn das KM Lehrer dazu ermutigt, ihr Smartphone im Unterricht einzusetzen, wird schon allein diese Tatsache den Geräten bei vielen Kollegen eine größere Legitimation im schulischen Kontext geben. Die Diskussion über den Umgang mit Smartphones und Tablets an der Schule (am Ende dann auch über BYOD für Schüler) wird dadurch sicher intensiviert werden.

Ich bin jedenfalls gespannt. Hier ist das Einführungsvideo zum MOOC »Smartphones im Unterricht« (es steht übrigens unter einer CC-Lizenz – auch das ist erfreulich, auch wenn das Einbetten anscheinend deaktiviert wurde).

 

Lernlust?

Bob Blume fragt nach der Lernlust in der eigenen Schulzeit :

… wie in der eigenen Schulzeit gutes Lernen, d.h. was an Projekten, Stunden und gemeinsamen Arbeiten in Erinnerung geblieben ist.

Aus diesem Anlass habe ich ein wenig über diesen Aspekt meiner Schulzeit nachgedacht. Ich musste ziemlich lange und intensiv nachdenken, denn spontan fiel mir erstmal gar nichts ein. An Projekte und gemeinsames Arbeiten kann ich mich auch nach längerer Überlegung nicht erinnern. Im Nachhinein betrachtet war der Unterricht während meiner Schulzeit (von 1982 bis 1995) wohl ziemlich konservativ. Weiter lesen …

Kommerzielle Überwachung und Datenschutz

Im November 2014 erschien im Auftrag der österreichischen Bundesarbeitskammer eine Studie mit dem Titel »Kommerzielle digitale Überwachung im Alltag«. Hauptautor ist Wolfie Christl.

Ziel der Forschungsarbeit war es, einen umfassenden Blick darauf zu werfen, wie die Speicherung, Verknüpfung und Verwertung von digitalen persönlichen Daten heute im Detail funktioniert und wel- che gesellschaftlichen Implikationen sich daraus ergeben. Nicht zuletzt sollte eine Antwort auf die dringende Frage gefunden werden: Was tun?

Wolfie Christl: Kommerzielle digitale Überwachung im Alltag, S. 4.

Die Studie gibt einen guten Überblick über die heutigen Möglichkeiten, Ziele und Mechanismen kommerzieller Überwachung. Wer sich schon länger mit Datenschutz und Privatsphäre beschäftigt, wird erwartungsgemäß vieles finden, das bereits bekannt ist. Allerdings waren für mich auch viele neue Aspekte enthalten bzw. konnte ich viele vage Vorstellungen konkretisieren und unklare Konzepte besser verstehen.

Zum Beispiel wusste ich nichts vom deutschen »Listenprivileg«:

eine Ausnahmeregelung im deutschen Datenschutzrecht, die die Nutzung von personenbezogenen Daten zu Werbezwecken, zur Markt- und Meinungsforschung sowie die (gewerbliche) Weitergabe an Dritte erlaubt. Nach § 28 und § 29 des deutschen Bundesdatenschutzgesetzes dürfen Adresslisten mit Name, Anschrift, Geburtsjahr, Beruf und die „Zugehörigkeit der Betroffenen“ zu einer bestimmten „Personengruppe“ unter bestimmten Bedingungen verarbeitet, genutzt und übermittelt werden. Da die Anzahl der Listen nicht beschränkt ist, können durch die erwähnte Zugehörigkeit zu einer bestimmten Personengruppe eine Vielzahl an Listen mit jeweils anderen Eigenschaften erstellt werden. Eine Zustimmung der Betroffenen ist dazu nicht erforderlich, die Betroffenen können allerdings der Nutzung ihrer Daten widersprechen („Opt-out“).

Wolfie Christl: Kommerzielle digitale Überwachung im Alltag, S. 9.

Auch die Prognosemöglichkeiten auf der Basis verschiedener Daten oder Metadaten wie z.B. Facebook-Likes oder auch dem Rhythmus der Tastaturanschläge waren mir in dieser Breite noch nicht geläufig (siehe z.B. »Predictive Analytics: Ausgewählte Problemfelder und Beispiele«, S. 14 ff).

Ein ganzes Kapitel geht auf »Datenhungrige Geräte und Plattformen« ein und zeigt unter anderem die Zusammenhänge auf, die sich aus der Kombination von Tracking und kommerziellen Interessen ergeben, z.B. die Verknüpfung von Überwachung im Auto mit der Gewährung von Versicherungstarifen oder auch »Rabatte« in der Krankenversicherung, wenn man bereit ist, mit Hilfe eines »Fitness-Armbands« der Versicherung Daten zur Verfügung zu stellen. Diese beiden Beispiele wurden in den letzten Monaten insofern akut, als es in Deutschland erste Anbieter solcher Tarife gibt (in den USA ist das natürlich schon länger relevant). Juli Zeh hat der SZ dazu neulich ein lesenswertes Interview gegeben: Wir werden manipulierbar und unfrei.

Das fünfte Kapitel (»Das Geschäft mit den persönlichen Daten«) zeigt die kommerziellen Interessen und einige große Firmen in diesem Geschäft auf. Auch hier gibt es – wie ich finde – viele wichtige Einblicke finden und Zusammenhänge zu lernen.

Die »Schlussfolgerungen« (Kapitel 6) zeigen in knapper und klarer Form Handlungsmöglichkeiten für verschiedene Zielgruppen (z.B. Politik, Unternehmen, Bürger) auf.

Insgesamt finde ich diesen Text sehr lesenswert für alle, die sich in der digitalen Welt bewegen. Auch mit Schülern könnte man ihn bearbeiten (z.B. arbeitsteilig einzelne Kapitel in Gruppen erarbeiten und sich gegenseitig vorstellen oder auch Poster daraus erstellen, die in der Schule ausgestellt werden).

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Weiteres Material, um Schüler über das Thema zu informieren und sie zu sensibilisieren, ist das ebenfalls empfehlenswerte Buch Die Datenfresser von Constanze Kurz und Frank Rieger.

Außerdem habe ich mal eine Unterrichtseinheit zu Privatsphäre und Datenschutz erstellt.1

Schließlich habe ich bei Pinboard inzwischen viele Links zum Thema Datenschutz gesammelt: https://pinboard.in/u:retemirabile/t:datenschutz.

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Thematisiert Ihr solche Dinge mit Euren Schülern? Falls ja, in welchem Kontext und mit welchem Material? Das würde mich sehr interessieren!


1 Leider sind dort zur Zeit nicht mehr alle Links funktionsfähig, weil ich intensiv Material von klicksafe benutzt habe. Das ist eigentlich eine tolle Ressource, aber leider verschieben die regelmäßig Artikel, ohne eine Weiterleitung einzurichten, so dass Links ins Leere laufen. Einige Artikel scheinen auch komplett entfernt worden zu sein, seit ich vor zwei Jahren das Material zusammen gestellt habe. Dennoch funktionieren die meisten Sachen noch: Privatsphäre und Datenschutz.

 

Ein Unterrichtswiki mit DokuWiki realisieren

Einige meiner Kollegen und auch Fortbildungsteilnehmer spielen in letzter Zeit mit dem Gedanken, selbst ein Unterrichtswiki zu betreiben. Ich empfehle in der Regel DokuWiki, weil es meines Erachtens die beste Kombination aus leichter Administration, guter Bedienbarkeit (für Schüler und Lehrer) und angemessenem Funktionsumfang bietet.

Dieser Beitrag ist als Starthilfe gedacht, um das eigene Unterrichtswiki möglichst problemlos in Gang zu bekommen.
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Schulisches Wissensmanagement mit DokuWiki

In letzter Zeit machten sich Florian Emrich und Niklas Tervooren über Wikis als Werkzeuge zum Wissensmanagement an Schulen Gedanken. Florian stellt in seinem Beitrag das Wiki-Setup seiner Schule vor und fragt am Ende, ob es noch mehr Leute gäbe, die damit Erfahrung hätten. Hiermit möchte ich meine bisherigen Erfahrungen gerne beisteuern.

DokuWiki als Schulintranet

Seit etwas mehr als zwei Jahren haben wir an meiner Schule ein DokuWiki als Schulintranet in Betrieb. Es gibt einen Lehrer- und einen Schülerbereich, beide sind nur mit dem jeweiligen schulischen Login zu erreichen. Lehrer haben Zugriff auf den Schülerbereich, Schüler natürlich umgekehrt nicht. Weiter lesen …

Online-Tools und -Materialien zur Geographie

Tools und Materialien beim LMZ Baden-Württemberg

Das Landesmedienzentrum Baden-Württemberg bietet ein umfassendes Geo-Portal an, in dem viele Online-Werkzeuge frei genutzt werden können. Darüber hinaus gibt es viele Materialien von Fortbildungen und Unterrichtsmodule die man nutzen kann, wenn man in Baden-Württemberg unterrichtet und sich einen Account beim LMZ zulegt.

Die frei nutzbaren Geowerkzeuge haben es meines Erachtens in sich. Drei Beispiele:

  • Es gibt z.B. ein Tool namens »Bevölkerung und Altersstruktur«, mit dem man die Altersstruktur von bis zu drei beliebigen Staaten der Erde vergleichen und deren künftigen Verlauf animiert darstellen lassen kann.
  • Das Wetter-Tool erlaubt die Analyse der Wetterlage sowie einfache Prognosen mit professionellen und tagesaktuellen Karten
  • Mit dem Gelände-Tool kann man ein Profil von jedem beliebigen Geländeschnitt erstellen lassen. Für registrierte Lehrer aus Baden-Württemberg gibt es sogar noch Zusatzmaterialien wie Aufgabenbeispiele mit Lösungen (verborgen hinter dem Schloss-Icon ganz rechts in der Symbolleiste).

Neben diesen Werkzeugen und Materialien gibt es noch eine Linkliste für den Geographie-Unterricht, die speziell auf die Themen in der Geographie-Oberstufe des Bildungsplans von Baden-Württemberg ausgerichtet ist (aber sicherlich auch viele thematische Überschneidungen mit anderen Bundesländern hat).

earth

Ein weiteres Werkzeug, um die Dynamik der Atmosphäre zu verdeutlichen, hat Cameron Beccario erstellt. Es heißt schlicht earth und greift auf verschiedene Datenströme zu, um diese dann aktuell (alle drei Stunden) und visuell sehr ansprechend darzustellen (Die About-Seite nennt genauere Details).

Man kann z.B. den Wind in verschiedenen Druckniveaus anzeigen lassen und somit beispielsweise auch den aktuellen Verlauf der Jetstreams (siehe Screenshot unten). Oder auch die Passatwinde auf nahezu Meeresniveau etc.

earth-jetstream.jpg

earth ist ein tolles Werkzeug, um das recht schwierige theoretische Wissen über die Atmosphäre in der Oberstufe anschaulicher zu machen und den konkreten Bezug zum aktuell erlebten Wetter herzustellen.

 

Hans Rosling macht die globale Bevölkerungssituation anschaulich

Hans Rosling hat schon viele anschauliche Vorträge über Bevölkerungsentwicklung, Entwicklung und andere verwandte Themen gehalten.

Ich setze seine Vorträge regelmäßig in Geographie ein. Ein Grund ist, dass er immer wieder betont, dass es wichtig sei, sich mit den konkreten Daten einer Problemlage zu beschäftigen und nicht aus dem Bauch heraus auf der Basis von Klischees zu urteilen. Außerdem macht er diese Daten anschaulich und verwendet dabei Datenquellen, die auch Lehrern und Schülern offen stehen (siehe Aktuelle Daten (nicht nur) für den Geographie-Unterricht, dort v.a. Gapminder und Google Public Data).

Vor einiger Zeit hat er nun einen einstündigen Vortrag veröffentlicht, der viele seiner zentralen Erkenntnisse und Daten anschaulich zusammenfasst und – was besonders wichtig ist – mit Video-Einspielungen aus verschiedenen Regionen der Welt ergänzt.

Unter anderem bekommt man einen Einblick in die Situation einer 2-Kind-Familie in Bangladesch und wie sich die gesellschaftliche Situation dort bezüglich Familienplanung in den letzten Jahrzehnten geändert hat. Ein weiterer wichtiger Einblick kommt aus Mozambique: Man erlebt, welche ökonomischen Hindernisse es Alltag einer sehr armen Familie konkret gibt und wie zum Beispiel die Anschaffung eines Fahrrads einen großen Zugewinn an Lebensqualität bedeutet.

Ich habe den Film als Abschluss der Unterrichtseinheit »Globale Disparitäten« gezeigt und anschließend noch mal zusammenfassend die wesentlichen Aspekte mit den Schülern diskutiert. Diese haben bestätigt, dass der Film Vieles greifbarer und klarer gemacht hat.

Man kann auch noch eine methodische Diskussion über gute Vortragsgestaltung anschließen, denn Hans Rosling wechselt souverän zwischen digitalen und realen Anschauungsmedien hin und her. Schüler können sich von seiner Art zu präsentieren viel abschauen.

DON’T PANIC — The Facts About Population. (Das Video liegt bei Vimeo, lässt sich dort aber nicht finden und daher hier auch nicht einbinden, möglicherweise aus Lizenzgründen, da der Beitrag auch bei der BBC lief.)

 

Einblicke in die molekulare Maschinerie von Lebewesen

In der Biologie kann man sich mit ganz unterschiedlichen Größenordnungen beschäftigen. Von Ökosystemen, deren Abmessungen in Kilometer angegeben werden bis hin zu Molekülen innerhalb von Zellen, deren Größe nur einige Mikrometer oder gar Nanometer beträgt.

Diese ganz kleine Welt der intrazellulären Prozesse ist für uns meist besonders schwierig zu verstehen. Durch lange Beschäftigung mit den verschiedenen Prozessen kann man ein Bauchgefühl dafür entwickeln, wie diese ablaufen und wie es in so einer Zelle aussieht. Für Schüler, die diese Welt neu kennenlernen, bleibt hingegen vieles völlig unverständlich, weil sie natürlich zunächst die Konzepte unserer mesoskaligen Welt auf diese Mikro- und Nanowelt übertragen. Weiter lesen …

[Mac + Schule] Was mir an meinem Mac als Arbeitsrechner gefällt

Immer wieder sprechen mich Kollegen an, die überlegen, sich einen Mac zuzulegen, und wollen meine Meinung hören. Da ich meist ähnliche Dinge sage, schreibe ich die Gründe, die mich vom Mac als Plattform für einen Arbeitsrechner überzeugen, hier mal auf (aus aktuellem Anlass für meine Kollegin J.M.).

Anforderungen

  • Ich arbeite beruflich komplett digital. Meine Planung, Vorbereitung, Dokumentation, Kommunikation etc. finden mit Hilfe des Computers statt. Ich habe keine Ordner oder andere papiergebundene Ablage (mehr). Schulbücher liegen natürlich dennoch in Papierform vor.
  • Ich habe den Rechner täglich im Unterricht dabei und transportiere ihn daher fünf Mal pro Woche von Zuhause zur Schule und zurück.
  • Ich besitze nur diesen einen mobilen Rechner (ein 13-Zoll MacBook Pro von Mitte 2009 mit 8 GB Arbeitsspeicher und einer 1 TB-Festplatte), der damit alle Anforderungen an meine digitalen Arbeitsabläufe erfüllen muss.

Aus diesen Rahmenbedingungen ergeben sich einige grundlegende Anforderungen, die mein Rechner erfüllen muss:

  • Zuverlässigkeit im Dauereinsatz,
  • Robustheit,
  • Hochwertigkeit (ich finde, dass ein häufig benutztes Produkt so hochwertig sein sollte, dass man eine gewisse Benutzungsfreude aus der alltäglichen Arbeit gewinnt),
  • Klarheit der Bedienung und Benutzerfreundlichkeit (ich hasse unnötige Handgriffe, vor allem bei regelmäßig wiederholten Aufgaben),
  • Erweiterbarkeit,
  • Möglichkeiten der Automatisierung.

Der Mac erfüllt meines Erachtens all diese Anforderungen.

Ich bin vor acht Jahren von Windows auf den Mac umgestiegen und habe diesen Schritt nie bereut. Ich halte meinen Mac für einen qualitativ sehr hochwertigen Rechner mit hochwertiger Softwareausstattung, der für meinen beruflichen Alltag als Lehrer bestens geeignet ist. Das zeigt sich in verschiedenen Bereichen und Funktionen. Einerseits gibt es grundlegende Eigenschaften, die den Rechner zuverlässig machen und dafür sorgen, dass man gerne damit arbeitet. Andererseits gibt es eine Reihe von Detailfunktionen, die in der täglichen Arbeitsroutine einen festen Platz haben und oft eine Menge Zeit und/oder Aufwand sparen.

Ich bin mir natürlich bewusst, dass man Macs und Apple auch in vieler Hinsicht kritisieren kann. Es geht mir in diesem Beitrag aber nicht darum, eine Erörterung der Vorzüge und Nachteile zu verfassen. Ich möchte lediglich die Gründe nennen, die mich persönlich vom Mac überzeugen und die dazu führen, dass ich ihn den meisten Kollegen für die Arbeit in der Schule empfehlen kann. Man muss aber sehen, dass der Mac natürlich kein »Paradies« ist. Auch hier gibt es hin und wieder Hardware- und Softwareprobleme, auch hier gibt es manchmal frustrierende Kontakte mit dem Support. Meiner Erfahrung nach kommt das aber deutlich seltener vor als in der Windows-Welt. Weiter lesen …