MOOC zum Klimawandel und seinen Folgen

Der WWF Deutschland und das Deutsche Klima-Konsortium (ein Verein, der verschiedene deutsche Klimaforschungseinrichtungen repräsentiert) haben schon vor einiger Zeit einen MOOC zum Thema Der Klimawandel und seine Folgen durchgeführt. Ab kommenden Montag (09.05.2016) läuft dieser MOOC ein zweites Mal. Es sind sehr renommierte Dozenten vertreten, die Inhalte sind umfassend und erscheinen mir sehr interessant. Hier die Kursbeschreibung: Dieser MOOC bereitet die wissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels und dessen Folgen für Natur und Gesellschaft auf. Die Grundlage bildet der 5. Sachstandbericht des IPCC. Alle Interessierten können sich hier eingehend mit dem Thema verständlich aufbereiteter Wissenschaft beschäftigen. Lehrkräfte und Studierende können das Thema Weiter lesen …

Wie viele Frachtschiffe fahren auf den Meeren?

Bei den Themen Wirtschaftsgeographie, Globalisierung, Globale Disparitäten oder Nachhaltigkeit kommt man immer wieder darauf zu sprechen, welche enorme Rolle Container und Container-Schiffe für unser gegenwärtiges Wirtschaftsmodell und für unseren Alltag spielen. Die folgende Karte ist ein sehr anschauliches Beispiel für die riesige Zahl von Schiffen, die ca. 90 % unserer Alltagsgüter über die Meere transportieren. Karte der Schifffahrtsbewegungen im Laufe des Jahres 2012 Auf der Website Shipmap.org wurden die Positionsdaten von Handelsschiffen im Jahr 2012 visualisiert. You can see movements of the global merchant fleet over the course of 2012, overlaid on a bathymetric map. You can also see a few Weiter lesen …

Wie wäre es, gebildet zu sein?

Der Schweizer Philosoph Peter Bieri hat 2005 eine Festrede mit dem Titel gehalten „Wie wäre es, gebildet zu sein?“ (PDF) Der Text wurde auch in der Neuen Züricher Zeitung veröffentlicht. Als ich vor einiger Zeit durch einen Post von Torsten Larbig zum ersten Mal auf den Text aufmerksam wurde, war er für mich einer der seltenen Texte, in denen man die eigenen, manchmal nur diffus gedachten Gedanken, in eloquente Worte gegossen findet und glücklich ist. Glücklich, weil man merkt, dass jemand anders unabhängig von einem selbst zu ähnlichen Gedanken und Rückschlüssen gekommen ist. Und glücklich, weil dieser jemand mit diesen Weiter lesen …

Reflektierende Anwendungskompetenz beim Erlernen von Software aufbauen

Beat Döbeli Honegger formuliert in seinem hervorragenden Buch „Mehr als 0 und 1“, das ich gerade mit viel Freude lese, drei Aspekte „digitaler Allgemeinbildung“: Anwendungskompetenz, Medienbildung und Informatik. Wenn man mit Schüler/innen digitale Medien produktiv einsetzen möchte, z.B. um die Schüler/innen Erklärvideos erstellen zu lassen, mit ihnen zu bloggen oder sie mit einem Wiki arbeiten zu lassen, gilt es in der Regel, zunächst die Anwendungskompetenz im Umgang mit den zu benutzenden digitalen Tools aufzubauen. Ich habe in den letzten Jahren öfter darüber nachgedacht, in welcher Form man mit Lernenden Anwendungskompetenz am besten erarbeitet. Im Wesentlichen scheint es zwei grundlegende Herangehensweisen zu geben: Weiter lesen …

Bloggen mit Schülern – Organisation und Technik

Mit Schüler/innen ein Blog zu führen, kann eine sinnvolle und bereichernde Erweiterung des Unterrichts sein. Zum einen kann man in einem Blog regelmäßig Schüler/innen-Texte veröffentlichen und ihnen so mehr Relevanz geben, als wenn sie nur für die Lehrkraft geschrieben werden. Die höher Relevanz erhöht meiner Erfahrung nach auch die Motivation der Schüler/innen, diese Texte angemessen zu gestalten und sie zu überarbeiten, bis sie „passen“. Zum anderen sind Blogs eine Ausdrucksform digital mündiger Bürger, die man als Schüler/in meiner Meinung nach kennengelernt und ausprobiert haben sollte. Von der technischen Umsetzung bis hin zu Medienrechts- und Urheberrechtsfragen sind viele Aspekte relevant, die Weiter lesen …

Kernpunkte des Projektmanagements in der Schule

Im Rahmen der Schulentwicklung wird in der Schule oft in Projekten gearbeitet. Im Gegensatz zur Geschäftswelt ist allerdings das Verständnis des Konzepts „Projekt“ meist unscharf, Lehrer denken bei diesem Begriff eher an Unterrichtsprojekte. Projektmanagement wird daher außerhalb der Schulleitung oft nicht bewusst angewandt. Eine klare Vorstellung von Projekten und von Ansätzen zum Projektmanagement kann allerdings die Erfolgschancen von Projekten deutlich erhöhen. Daher möchte ich in diesem Beitrag einige Kernpunkte des Projektmanagements darstellen. Ich habe in den letzten Jahren sowohl im Unterricht als auch in der Schulorganisation viel in Form von Projekten gearbeitet und habe mich daneben auch mit Projektmanagement beschäftigt. Weiter lesen …

⅓ frontal, ⅓ individualisiert, ⅓ kooperativ – Hilbert Meyer über Unterrichtsformen

  Hilbert Meyer hat der Süddeutschen Zeitung ein Interview gegeben, in dem er aus meiner Sicht sehr vernünftige und differenzierte Thesen vertritt. Unter anderem reduziert er die Komplexität der Unterrichtssituationen grob auf drei Formen: In meinem Buch unterscheide ich drei Grundformen des Unterrichts: die direkte Instruktion, was im Prinzip dem Frontalunterricht entspricht, den individualisierenden Unterricht, der insbesondere an Grundschulen als Wochenplanarbeit praktiziert wird, und den kooperativen Unterricht, etwa in Form von Projektarbeit. (Quelle) Das scheint mir eine sinnvolle Schematisierung zu sein. Zumal Meyer es für erstrebenswert hält, dass jede der drei Formen etwa zu einem Drittel praktiziert wird. Auch das Weiter lesen …

2-Schritt-Klassenarbeiten – als Einzel- und als Gruppenarbeit

Meine Kollegin Claudia hat mich auf einen sehr interessanten Ansatz hingewiesen, der meines Erachtens einige Aufmerksamkeit und einiges Nachdenken darüber verdient: Two-Stage Exams – eine innovative Prüfungsform, die Prof. Brett Gilley an der University of British Columbia seit einigen Jahren einsetzt. Ich möchte diesen Ansatz hier teilen, weil die Idee ungewöhnlich ist, mir aber vielversprechend erscheint. Worum geht es? In this innovative format, students still write an individual exam, but immediately after handing it in they get into groups of four to tackle the same exam questions again. Each group submits one copy of the completed exam. […] “Usually with Weiter lesen …

Schüler/innen erstellen selbst Lern- und Erklärvideos

YouTube Videos spielen im Alltag der meisten Schüler/innen eine große Rolle. Viele nutzen YouTube z.B. als Fernseh-Ersatz und hören einen Großteil ihrer Musik dort. Sie suchen dort aber auch gezielt nach Erklärvideos, wenn sie Inhalte aus dem Unterricht nicht richtig verstanden haben. Vor einiger Zeit habe ich im ZUM-Blog schon einmal einen Überblick verschiedener Erklärvideos gegeben. Inzwischen habe ich verschiedene Lerngruppen selbst Videos erstellen lassen und will in diesem Beitrag davon berichten.

Geographie – Der vernetzte Blick aufs Ganze

  2016 wurde zum „Year of Global Understanding“ ausgerufen. Darauf aufmerksam geworden bin ich dank eines Beitrags von Monsieur Becker. In einer gemeinsamen Erklärung riefen heute die drei Weltdachverbände der Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften – das International Council for Science (ICSU), das International Social Science Council (ISSC) und das International Council for Philosophy and Human Sciences (CIPSH) – das Jahr 2016 als International Year of Global Understanding aus. Das internationale Themenjahr wirbt für eine neue Perspektive auf den eigenen Alltag, indem die lokale Lebensweise in einem globalen Zusammenhang gedacht wird. Damit soll zu einem besseren Verständnis von lokalen und globalen Weiter lesen …

#COP21 (12/12) Wie kann ich persönlich auf den Klimawandel reagieren?

Der Klimawandel betrifft uns in vielerleich Hinsicht: Unser gesamtgesellschaftliches Konsumverhalten ist eine seiner Ursachen, unsere individuellen Gewohnheiten können positiver oder negative Beiträge dazu sein, seine Konsequenzen können für uns direkt spürbar sein, wenn wir z.B. in sommerlichen Hitzewellen schwitzen oder in nassen, milden Wintern den Schnee vermissen. Wie können wir mit dem Klimawandel umgehen? Kurz gesagt gibt es zwei Ansätze: Einerseits sollten wir versuchen, mit unserem Verhalten möglichst wenig zur Erhöhung der globalen Mitteltemperatur beizutragen, sprich: Wir sollten uns klimafreundlich verhalten. Diesen Aspekt nennt man Mitigation. Andererseits sollten wir die potentiellen Konsequenzen des Klimawandels in unserer Region kennen und uns Weiter lesen …

#COP21 (11/12) Wie wirkt sich der Klimawandel in einzelnen Regionen aus?

Klimawandel bedeutet, dass das komplexe Klimasystem sich in ein neues Gleichgewicht überführt. Dabei wird es keineswegs überall gleichmäßig etwas wärmer. Die Auswirkungen sind vielfältig und regional unterschiedlich. Die folgenden Fallbeispiele sollen das verdeutlichen. Mekong Die Mekong-Region zeigt anschaulich, wie die Klimaproblematik mit Fragen der Globalisierung, der Entwicklung, der Armutsbekämpfung und vielen weiteren verwoben ist. Die Region spürt schon die Auswirkungen des Anstiegs der globalen Mitteltemperatur um knapp ein Grad seit Beinn der Industrialisierung: Laos, Cambodia, Thailand and Vietnam who share the lower Mekong basin are all acutely aware that they are threatened by climate change caused by others. The region Weiter lesen …

#COP21 (10/12) Was sind Kipp-Elemente im Klimasystem?

Beim Klimawandel und der Diskussion über Erwärmungsszenarien denkt man in der Regel an eine graduelle Änderung, die im Maßstab eines menschlichen Lebens kaum spürbare Konsequenzen mit sich bringt. Dieses Bild ist aber nur teilweise korrekt, denn das Klimasystem ist komplex und enthält auch Elemente, die sich nicht linear verhalten. Eine lineare Änderung würde bedeuten, dass bei langsamer Änderung eines „Reglers“ (z.B. der CO2-Konzentration der Erdadmosphäre) das ganze System ebenfalls langsam reagiert. Das ist jedoch nicht immer so. Im Klimasystem gibt es aber auch so genannte „Kipp-Punkte“ (englisch: Tipping Points), bei deren Überschreitung das System in sehr kurzer Zeit gravierende Änderungen Weiter lesen …

#COP21 (9/12) Was treibt die Klimawandel-Leugner?

Vor allem in den USA gibt eine erhebliche Anzahl von Menschen, die der Ansicht sind, der menschengemachte Klimawandel existiere überhaupt nicht oder – als abgeschwächte Variante – dass es zwar den Klimawandel gäbe, dass aber menschliche Aktivitäten nicht dafür verantwortlich seien. Laut der Darstellung im Yale Project on Climate Change Communication „63 percent of Americans believe that global warming is happening, but many do not understand why“. Eine neuere Umfrage vom Oktober 2015 At least 70 percent of Americans now believe that global warming during the last 40 years is real and supported by solid evidence, coinciding with the lowest Weiter lesen …

#COP21 (8/12) Wie beeinflusst der Klimawandel regionale Konflikte?

Praktisch alle größeren menschlichen Gesellschaften müssen heute fein austariert sein bezüglich ihres Lebensraums und ihrer Zulieferströme von Nahrung und Ressourcen. Durch die große Anzahl von Menschen gibt es wenig Spielraum – man kann eine Region normalerweise nicht einfach verlassen und woanders siedeln, wenn die Lebensgrundlagen schlechter werden oder ganz austrocknen. Das Bevölkerungswachstum, das zumindest noch einige Jahrzehnte anhalten wird, macht diese Situation noch gravierender. Es kommen neue Menschen hinzu, aber an den Orten, wo man gut siedeln kann (und auch schon an vielen, wo man nicht gut siedeln kann), leben schon Menschen. Der Klimawandel bringt Veränderung und das bedeutet in Weiter lesen …

#COP21 (7/12) Wie ist der Stand der Verhandlungen zur Halbzeit?

Am Ende der ersten Hälfte der Verhandlungen liegt ein Papier vor, über das die Minister nun in der zweiten Hälfte beraten. Die Verhandler haben ihren Job durchaus gemacht. Es gibt ein 38-seitiges Papier, das den Ministern am Montag vorgelegt wird. Strukturiert und mit so vielen Auswahlmöglichkeiten, dass noch alles daraus werden kann. Ein starkes Abkommen, aber auch eine Luftnummer. (Quelle) Es scheint aber auf vielen Seiten vorsichtigen Optimismus zu geben, denn die Haltungen und Umstände seien besser als bei früheren Konferenzen. Es gebe mehr Willen zur Einigung. Senior negotiators and long-time observers believe there will be a way through the Weiter lesen …

#COP21 (6/12) Welche selten diskutierten Maßnahmen oder Konzepte sind einen Blick wert?

Es gibt viele mögliche Maßnahmen gegen den anthropogenen Klimawandel. Da das Problem aber komplex ist, erscheint es in der öffentlichen Diskussion meist nur in Form von einzelnen „Happen“, welche die jeweiligen Autoren für ihre Leser oder Zuschauer für verdaulich halten. Es gibt daher Maßnahmen, Konzepte oder Sichtweisen, von denen man selten hört, die aber dennoch bedenkenswert sind – sei es, um das Problem möglichst großflächig zu verstehen oder um zumindest alle Optionen zu kennen. Einige dieser Maßnahmen sind eine globale CO2-Steuer und das Divestment aus fossilen Energieträgern. CO2-Steuer – und alternative Ansätze Der Artikel Second-best solutions im hervorragenden Special Report „Climate Weiter lesen …

#COP21 (5/12) Welche Bücher helfen, den Klimawandel zu verstehen?

Bei komplexen Phänomenen kann es sich lohnen, eine zusammenhängende Darstellung zu lesen anstatt sich das Wissen häppchenweise und unstrukturiert zu erarbeiten. Sprich: Bücher. Zwei, die sich meines Erachtens lohnen: Buch 1 S. Rahmstorf/H. J. Schellnhuber:
 Der Klimawandel – Diagnose, Prognose, TherapieEine der zitierten Pressestimmen bringt es auf den Punkt: „Kleines Büchlein, in dem aber alles steht, was man als eiliger Leser zum wissenschaftlichen (und politischen) Problem Klimawandel wissen muss. Zwei deutsche Koryphäen schreiben so, dass es jeder versteht.“ Buch 2 Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe und Harald Welzer (Hrsg.): Zwei Grad mehr in Deutschland. Wie der Klimawandel unseren Alltag verändern wird.Ich finde das Weiter lesen …

#COP21 (4/12) Wie wird sich der Klimawandel in Deutschland auswirken?

„Global Warming“ bedeutet, dass die globale Mitteltemperatur der Erde steigt. Das heißt jedoch nicht, dass es überall auf der Erde gleichmäßig wärmer wird. Das Klima ist eine sehr komplexe Kombination unzähliger Teilprozesse, die auf verschiedene Arten miteinander interagieren. Nicht alle Wechselwirkungen sind schon verstanden. Eine Erwärmung der Erde als ganzes kann sich also regional durchaus unterschiedlich auswirken. Was ist in Deutschland zu erwarten? Das Portal KlimafolgenOnline macht zu dieser Frage konkrete Progonosedaten zugänglich. Ziel des Portals ist es mögliche Folgen des Klimawandels in Deutschland für das Klima, die Land- und Forstwirtschaft, Bereiche der Hydrologie, der Energie, des Tourismus und der Weiter lesen …

#COP21 (3/12) Welche CO2-Bilanz haben verschiedene Verkehrsmittel?

Oft ist es gar nicht so leicht abzuschätzen, welche Konsequenzen das eigene Verhalten für das Klima hat. Wie viel CO2 emittiert ein Auto auf einer bestimmten Strecke? Ist Zugfahren klimafreundlicher? Meist hat man ein Bauchgefühl, aber selten konkrete Daten. Zumindest für die wichtigsten Verkehrsmittel schafft die Infografik: Verkehrsmittel und ihre CO2-Bilanz des Umweltministeriums Abhilfe. Das Material ist für die Grundschule konzipiert und daher recht einfach gestaltet. Mit älteren Schülern könnte man noch weitere Fragen besprechen: Wie wirken sich unterschiedliche Fahrgastzahlen auf die CO2-Bilanz aus? Woher kommt der Strom für die Bahn? Wie wurde er erzeugt? Welche Steuerungsmöglichkeiten hat und nutzt Weiter lesen …