[Mac + Schule]: Backup-Strategie

Der Mac bietet eine Reihe von Technologien und Programmen, welche die digitale Verwaltung und das Wiederfinden von Unterrichtsmaterial sehr erleichtern. Ein Beispiel ist das Programm Leap, ein anderes ist DevonThink, das ich selbst gerade seit einigen Wochen ausprobiere und das sehr vielversprechend ist. Nils Raschke hat sein mit DevonThink realisiertes papierloses Büro in einem Beitrag anschaulich vorgestellt.

Wenn man sein Unterrichtsmaterial so weit wie möglich digital verwaltet, sind Backups lebenswichtig. Schließlich habe ich schon jetzt (nach knapp drei Berufsjahren) hunderte von Arbeitsstunden in Form von Materialien auf meiner Festplatte gespeichert. Der reale und auch der ideelle Schaden beim Defekt einer Platte wäre unermesslich, zumal viele Materialien mit erhöhtem Aufwand erstellt wurden, damit der schnelle Zugriff später Zeit spart.

Daher habe ich lange an einer angemessenen Backup-Strategie gefeilt. Die Prämissen sind dabei folgende:

  • Backups müssen so weit wie möglich automatisch erstellt werden (denn manuelle Backups finden aller Erfahrung nach zu selten oder gar nicht statt).
  • Die Festplatte meines MacBooks, die alle Materialien enthält, sollte bei einem Defekt innerhalb von Stunden wieder einsatzbereit sein.
  • Versehentlich gelöschte Dateien sollten „zurückgeholt“ werden können.
  • Die Inhalte sollten mindestens doppelt gesichert werden.

SuperDuper und TimeMachine

Daraus hat sich folgende Backup-Lösung ergeben:

  1. Tägliche Backups mit SuperDuper!
  2. Mehrfach tägliche Backups mit TimeMachine

SuperDuper! — Ich verwende zwei externe FireWire Festplatten. Eine davon ist genauso groß wie die Festplatte meines MacBooks und SuperDuper! sichert dort jeden Abend eine identische Kopie von dieser. Das geht vollautomatisch: SuperDuper! startet um 23.00 Uhr, mountet die externe Platte, spiegelt alle während des Tages vorgenommenen Änderungen auf die Backup-Platte und fährt anschließend den Rechner herunter.

SuperDuper! erstellt eine exakte, bootfähige Kopie der internen Platte. Sollte diese defekt sein, kann ich im Notfall über Firewire booten und auf die Daten in der gewohnten Umgebung zugreifen. Sollte ich die interne Platte austauschen müssen, würde es lediglich drei bis vier Stunden dauern, die exakte Kopie wieder von der externen auf die interne Platte zu kopieren und zum gewohnten Ausgangszustand zurück zu kehren.

(Carbon Copy Cloner ist eine kostenlose Alternative zu SuperDuper!. Allerdings habe ich festgestellt, dass die inkrementellen Backups damit deutlich länger dauern. Während SuperDuper täglich ca. 20 bis 25 Minuten für die Änderungen auf der Backup-Platte braucht, lief Carbon Copy Cloner über zwei Stunden.)

TimeMachine — Die zweite Säule der Backup Strategie ist TimeMachine, das eingebaute Backup-Programm von Mac OS X 10.5. TimeMachine läuft selbständig im Hintergrund, sobald man dem Programm eine externe Festplatte zugewiesen hat, die es als Backup-Platte verwenden kann. Dann macht TimeMachine stündliche, tägliche und wöchentliche Backups (sofern das Volume aktiviert ist, mehr dazu unten). Diese sind im Gegensatz zu SuperDuper! kumulativ: gelöschte Dateien werden so lange aufbewahrt, bis das Backup-Laufwerk voll ist. Mit der TimeMachine-Nutzeroberfläche kann man dann tatsächlich in die Vergangenheit reisen und sich den Inhalt eines Ordners zu jedem beliebigen Zeitpunkt ansehen. Somit kann man eine versehentlich gelöschte Datei oft noch Wochen später wieder „ausbuddeln“.

Logistik

Damit die oben genannten Backups reibungslos laufen, habe ich noch einige „Umgebungsbedingungen“ etwas optimiert.

Ich schalte nachts meine Schreibtischgeräte mit einer Steckdosenleiste aus. Lediglich die SuperDuper! Platte und der Rechner selbst bleiben „unter Strom“, damit ich nicht bis zum Ende des Backups wach bleiben muss. Beim Rechner ist das eine Vorsichtsmaßnahme, denn sollte, aus welchen Gründen auch immer, während des Backups der Akku leer sein, wäre das Backup natürlich an nicht nachvollziehbarer Stelle unterbrochen und damit nicht zu gebrauchen.

Externe Festplatten können die „Öffnen-“ und „Speichern“-Fenster von Mac OS X langsamer machen, weil die Platten irgendwann in den Ruhezustand wechseln, beim Öffnen oder Speichern aber wieder anlaufen – das dauert einen Moment, und anschließend hört man wieder einige Minuten lang die Rotationsgeräusche der Festplatten. Um das zu vermeiden, habe ich die Platten zwar verbunden, aber nicht aktiviert („gemountet“).

  • Ich werfe die Platten mit Command + E auf dem Desktop aus, so dass sie nicht mehr als Volumes angezeigt werden.
  • SuperDuper mountet die Platte selbständig vor dem Backup.
  • Um tagsüber ein TimeMachine Backup zu erstellen (stündlich ist mir zu oft, außerdem müsste ich die Platte dann ständig gemountet haben), benutze ich ein Script (mount-storage.scpt), das über das globale Skript-Menü zugänglich ist (Menüleiste). Um dieses Skript zu benutzen, muss man es im Skript-Editor öffnen (Doppelklick im Finder) und den Namen „STORAGE“ durch den Namen des eigenen Backup-Volumes ersetzen.
    AppleScript-Dienstprogramm-20090414-092645
    Anschließend kopiert man das Skript in den Skriptorder (<Benutzerordner>/Library/Scripts) und kann es somit über das Skriptmenü aufrufen, um das Volume schnell zu aktivieren
    Scripts-20090414-092520
    (ohne das Skript müsste man jedes Mal das Festplatten-Dienstprogramm öffnen).
  • Auch diesen Schritt könnte man vermutlich mit sich wiederholenden Ereignissen in iCal automatisieren, denn dort kann man einem Ereignis ein Skript zuordnen, das dann beim Eintreten des Kalenderereignisses ausgeführt wird.

Der nächste Schritt

Momentan überlege ich mir, wie ich ein einigermaßen aktuellen Backup außerhalb meiner Wohnung aufbewahren könnte, denn bei einem Brand oder Wasserschaden wären wahrscheinlich auch die Backup-Platten hinüber. Online-Backups kommen nicht in Frage, weil die Datenmenge zu groß und meine DSL-Leitung zu schwach ist.

Eine angedachte Möglichkeit ist, zwei identische portable externe Platten zu verwenden und eine davon in der Schule zu lagern. Ein Mal pro Woche könnte man dann die beiden Platten tauschen, so dass das „off-site“ Backup maximal eine Woche alt wäre.

[UPDATE – 08.11.2010] Ich habe die „offsite-Platte“ nun seit einigen Wochen im Einsatz. Sie wird alle zwei Wochen aktualisiert. Mit SuperDupers Funktion „Backup on connect“ wird das Backup automatisch initiiert, sobald ich die Platte anhänge. Als Erinnerung, die Platte zu verbinden, dient ein alle zwei Wochen neu erscheinender Eintrag in OmniFocus.

Fazit

Mit der beschriebenen Strategie fühle ich mich ausreichend gegen einen Festplattendefekt abgesichert und die oben genannten Prämissen sind alle erfüllt. Ich weiß, dass die Backups weitgehend von selbst laufen und ich mich nicht/kaum darum kümmern muss.

 

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