Constanze Kurz, Frank Rieger: Die Datenfresser – Datenschutz als Schullektüre

Kaum ein Schüler an einer weiterführenden Schule ist nicht in einem sozialen Netzwerk angemeldet. Die meisten Lehrer und Eltern sehen das durchaus kritisch, wenn auch oft nur diffus. Wenn man darüber diskutiert, ist das Hauptargument meist der ominöse Personalchef, der irgendwann bei einer Bewerbung mal was finden könnte, was den sich bewerbenden Schüler in einem schlechten Licht erscheinen lassen könnte. Kein sehr überzeugendes Szenario, zumal meiner Erfahrung nach die meisten Schüler inzwischen grundlegende Privatsphäre-Einstellungen einhalten, so dass ihre Profile nicht komplett öffentlich sind. Datenschutz und Privatsphäre sind Konzepte, die für junge Menschen erfahrungsgemäß abstrakt sind und deren Bedeutung sie nur Weiter lesen …

Erfahrungen mit Wikis im Unterricht

Vor einigen Monaten hat der erste Neigungskurs Geographie Abitur gemacht, mit dem ich konsequent zwei Jahre lang ein Kurswiki geführt habe. Aktuell unterrichte ich noch zwei laufende Kurse mit einem Kurswiki, außerdem benutze ich mit einigen NwT-Gruppen Wikis zur Zusammenarbeit in den Projekten. Ich möchte daher hier einmal einige Erfahrungen zusammentragen, die sich in den vergangenen zwei Jahren bezüglich der Unterrichtsarbeit mit Wikis ergeben haben. Warum mit Wikis arbeiten? Für meine Schüler habe ich die wichtigsten Gründe notiert, warum wir mit einem Wiki arbeiten. Diesen Text gebe ich den Schülern zu Beginn der Wiki-Arbeit zu lesen und bespreche ihn dann Weiter lesen …

Carol Dweck: Mindset

Wer schon ein Mal in einer Notenkonferenz war, kennt wahrscheinlich die Situation, dass dort Dinge über die Leistungen und das Verhalten eines Schülers berichtet werden, die so gar nicht zu dem passen wollen, was man selbst von diesem Schüler kennt. Bei der Suche nach Erklärungen für solche Unterschiede kommt man unter Umständen auch zu der Erkenntnis, dass offenbar die Art, wie man selbst mit dem Schüler umgeht und welches Bild man von ihm hat, einen erheblichen Einfluss darauf haben, welche Leistungen dieser erbringt (und wie er sich verhält, aber dieser Aspekt ist weniger »erstaunlich«). Es gibt im schulischen Kontext immer Weiter lesen …

Science only adds to the beauty of the world

Sehr schöne Sätze – wie ich finde – von Richard Feynman darüber, wie Naturwissenschaft den Zauber der Welt noch größer macht. Ein Zitat daraus, das mich besonders anspricht: I can live with doubt and uncertainty and not knowing. I think it’s much more interesting to live not knowing than to have answers which might be wrong. — Richard Feynman. Dieser Beitrag ist ein Nachtrag zu einem Gespräch mit Katja und Tim beim Abiball – Go on exploring!  

Erkunden statt Rezept-Klicken

Vor einigen Jahren habe ich eine ganze Reihe von Softwareanleitungen erstellt, um meinen damaligen Medienunterricht damit zu gestalten. Inzwischen bin ich nicht mehr zufrieden mit dem Stil dieser Anleitungen. Sie sind im Grunde nur »Klick-Rezepte«, mit denen man sich die Illusion erarbeiten kann, die bearbeitete Software zu beherrschen. In Wirklichkeit hat man in der Regel nur kopflos ein Rezept abgearbeitet, das zwar zum Ziel geführt hat, das aber nur dann funktioniert, wenn Menüs, Buttons und Einstellungen genau so aussehen, wie im Rezept dargestellt. In der Realität ändert sich Software ständig, auswendig gelernte Klickwege verlieren innerhalb kurzer Zeit ihren Nutzen. Kürzlich Weiter lesen …

In den Spiegel schauen

Maik Riecken lässt seine »Online-Persona« in den Spiegel schauen und beschreibt, welche Facetten er erkennt. Von Harvestern, Aggregierern, Denkern und Contentern Erhellend für jeden, der sich im Netz bewegt. (Und ich habe mich hiermit – zumindest für diesen Post – in die Rolle des Aggregierers begeben). Lesen!  

Aktuelle Daten (nicht nur) für den Geographie-Unterricht

In letzter Zeit habe ich unter anderem die Themen Wirtschaftsgeographie und Globalisierung in der Kursstufe unterrichtet. Dabei sind einige Datenquellen im Netz sehr nützlich. CIA World Factbook Eine reichhaltige Datenquelle der Amerikanischen CIA, die zu allen Ländern der Welt weitgehend aktuelle Daten in den Bereichen Geographie, Bevölkerung, Regierungsform, Wirtschaft, Kommunikation, Transport und Militär bereit hält. Wolfram alpha (hatte ich schon mal vorgestellt) »Computational Knowledge Engine«, die manchmal wirklich wie eine »Wissensmaschine« anmutet, weil man ihr auch komplexere Anfragen stellen kann, z.B. wie sich das Bruttoinlandsprodukt der bevölkerungsreichsten Staaten der Erde zueinander verhält. Weitere Beispiele: Vergleich von Deutschland, China und Brasilien Weiter lesen …

Wärmebild des Unterrichts

Man stelle sich vor, unterrichtsbezogene geistige Aktivität erzeugte Wärme: Wie sähe dann wohl das Bild aus, das eine Infrarotkamera von einer Unterrichtsstunde in der Schule aufzeichnete? herrlarbig.de Torsten Larbig hat sich eine nützliche Metapher ausgedacht, die einem als Lehrer helfen kann, die angestrebte Aktivität in den Schülerköpfen zu visualisieren. Mit dem »Wärmebild« vor Augen kann man meines Erachtens recht gut überprüfen, ob eine Aufgabenstellung ausreichend breite Aktivität hervorruft oder nicht. Lesenswert.  

Be open to being wrong

You won’t advance your cause or discover new truths if you’re obsessed with being right all the time—and so the best way to compound your advantage and accomplish even more than you already have is to set out (with relish) to be as open to wrong as often as you can afford to be. sethgodin.typepad.com Ich stimme sehr zu. Aber: Meiner Erfahrung nach besteht die Kunst darin, … die Situationen, in denen man sich Fehler erlauben kann, von denen zu trennen, in denen man sie besser vermeidet, … die für sich persönlich »richtige« Balance zwischen diesen »Baustellen« und den routinierten Weiter lesen …

Wolfram alpha als Recherchetool

Im Neigungskurs der Kursstufe 1 geht es gerade um Lagerstätten. Die Basics haben wir erarbeitet, nun kommen noch die kanadischen Ölsande dran. Ich hatte noch im Hinterkopf, dass Kanada irgendwann in den letzten Jahren zum Land mit den zweitgrößten Ölreserven aufgestiegen sei – hauptsächlich aufgrund der Definition des Begriffs »Reserven« und des gestiegenen Ölpreises: Reserven umfassen die sicher nachgewiesenen und mit bekannter Technologie wirtschaftlich gewinnbaren Vorkommen in der Erdkruste. Ressourcen sind Vorkommen, die noch nicht wirtschaftlich zu fördern sind oder die noch nicht sicher ausgewiesen sind, aber aufgrund geologischer Indikatoren erwartet werden. Preissteigerungen an den Weltrohstoffmärkten und neue Explorationsergebnisse können Ressourcen Weiter lesen …

Außergewöhnliche Arten zu fliegen

Eines der NwT-Themen an unserer Schule ist »Fortbewegung«. (das unterrichte ich allerdings nicht selbst). In diesem Kontext finde ich es immer wieder spannend, wenn Menschen versuchen, die hergebrachten Methoden der Fortbewegung hinter sich zu lassen und völlig neue Möglichkeiten zu realisieren. e-volo Multikopter Ein Beispiel dafür ist der Multikopter von e-volo [Gefunden beim Schockwellenreiter] Gamera Muskelkraft-Helikopter Eine ähnlichen Ansatz, allerdings mit Muskelkraft angetrieben, ist der Gamera, ein mit Pedalen angetriebener Ultra-Leicht Multikopter mit vier großen Rotoren. [Gefunden beim Schockwellenreiter] Festo SmartBird Am meisten fasziniert mich allerdings der SmartBird von Festo. Ich hatte schon einmal über dieses Fluggerät berichtet, habe nun allerdings Weiter lesen …

Grundprinzipien der Evolution anschaulich visualisiert

Yan Wong, der das Buch The Ancestor’s Tale von Richard Dawkins illustriert hat, erklärt in diesem Video sehr anschaulich und greifbar, wie sich im Laufe der Evolution kleinste Variationen beim Kopieren der DNA akkumulieren. Er zeigt das anhand einer Linie, die einige hundert Leute auf seinem Laptop nachzeichnen sollen. Eine Person zeichnet immer das nach, was der direkte Vorgänger gezeichnet hat. Jeder gibt sich große Mühe, exakt zu zeichnen, macht aber natürlich kleinste Kopierfehler. Das Endergebnis hat kaum noch Ähnlichkeit mit dem Original – wie bei der Evolution auch. Dieses Prinzip wird übrigens in “The Ancestor’s Tale” auch sehr anschaulich. Man Weiter lesen …

Arbeitnehmerkompetenzen oder Persönlichkeitsbildung?

Telepolis hat ein Interview mit Felicitas Römer, die ein Buch über Arme Superkinder geschrieben hat. Hier ein paar relevante Auszüge aus dem Interview. Ein gutes Beispiel dafür, wie Wirtschaft sich immer mehr in Bildung einmischt, sind die so genannten Kompetenzerfassungsbögen für Kita-Kinder: Hier werden schon bei Kleinkindern exakt die Schlüsselkompetenzen abgefragt, die die OECD – also eine hochrangige und international agierende Wirtschaftsinstitution – für Arbeitnehmer definiert hat. Und Unternehmensverbände und Handelskammern fordern ganz offen, dass Schule die Schüler maximal auf den Arbeitsmarkt vorbereiten soll. Auch die Schulzeitverkürzung war keine Idee von Lehrern und Pädagogen, sondern von der Wirtschaft. Hier geht Weiter lesen …

Raus aus Facebook

Alexander Dill fragt bei Telepolis: Warum verschenken wir eigentlich unser wertvolles Sozialkapital an russische und chinesische Oligarchen und Goldman Sachs? Nach dem Atomaussstieg: Jetzt raus aus Facebook! Er spielt damit auf die letzte Finanzierungsrunde von Facebook an, bei der eine Milliarde Dollar eingetrieben wurden. Weiter schreibt er: Jede Initiative, jeder Verlag, jedes Projekt ist bei Facebook und hofft auf die Währung like. […] Diese Schmeichelei und die zauberhaften, falschen Freunde sind es, die uns glauben lassen, wir bräuchten Facebook. Auch meine Verleger und Redakteure freuen sich über den vermeintlichen Multiplikator Facebook. Wenn ich aussteige, verlieren sie ein scheinbar wertvolles like. Weiter lesen …

Ungeordnete Gedanken zum Lernen und zur Komplexität der Welt

Robert Glashüttner macht sich interessante Gedanken über das Lernen und die Komplexität der Welt. Ich füge hier ein paar ungeordnete Gedanken an. Ich bin immer wieder verblüfft, wenn ich an mir selbst merke, in welcher diffusen Weise Lernen funktioniert. Robert Glashüttner: Die Welt war immer schon komplex Dito. Ich erinnere mich an Momente des Endlich-Verstehens bei Mathematik-Aufgabenstellungen in der Schule, bei denen ich nachher innerlich den Kopf darüber geschüttelt habe, wie umständlich, über unnötige Umwege mir das erklärt worden war. Dieses Verkomplizieren, das ewige Kommunikationsproblem beim (meist schriftlichen) Weitergeben von Wissen, ist eine substanzielle Hürde, die weiterhin und trotz aller Weiter lesen …

iPhone Apps für die tägliche Organisation – nicht nur in der Schule

[Ich wollte] Sie fragen, ob Sie mir vielleicht verraten, welche App Sie als Organizer/Kalender verwenden. Von einem Schüler habe ich die obige Anfrage bekommen. Ich nehme an, dass die Antwort auch für andere nützlich sein kann, daher antworte ich mit diesem Beitrag – speziell für Y. K. :-). Meine tägliche Organisation besteht im Wesentlichen aus drei Bereichen: Notizen, Aufgaben und Termine. Daneben habe ich noch spezielle Bereiche, die sich aus den beruflichen Anforderungen ergeben (Noten, Notizen über Unterrichtsleistungen etc.), die aber für die gestellte Frage nicht relevant sind. Was ich verwende Notizen: Simplenote Für meine Notizen verwende ich Simplenote. Aus meiner Weiter lesen …

Was bringt Bloggen in der Schule?

Tom Whitby stellt in seinem Blog die Frage To Blog or Not to Blog? und diskutiert in dem Beitrag, warum er das Bloggen in der Schule (im konkreten Fall speziell als Möglichkeit, die Schreibfähigkeiten der Schüler zu fördern) für wichtig hält. Es geht ihm unter anderem darum, die Ressentiments von Kollegen gegen das Bloggen zu entkräften. Folgende Aussage von ihm halte ich für besonders wichtig: Every idiot has the ability to publish a blog and everyone does. It is today’s educator’s challenge to teach students the skills needed to publish intelligently and responsibly. Tom Whitby Viele Kollegen bringen meiner Erfahrung Weiter lesen …

Lese- und Denkstoff zum Jahreswechsel

Zum Jahreswechsel mag sich mancher Gedanken machen über das eigene Tun des vergangenen Jahres und Pläne für das kommende Jahr schmieden. Hier sind einige Anregungen. Taylor Mali: What Teachers Make I make a goddamn difference – now, what about you? Taylor Mali Auch an sich selber denken Eure Oberen kümmert nicht, ob ihr Freude am Beruf habt. Die müsst ihr euch schon immer wieder selber schaffen. Gerhard Sennlaub Gerhard Sennlaub macht sich Gedanken über Lehrers Eigennutz. Über gute Lehrer reden Auch die guten Lehrer sind nicht perfekt. Manchmal sind sie genervt, manchmal platzt ihnen der Kragen, manchmal sind sie frustriert, manchmal Weiter lesen …

Handschriftlich oder digital? – Unterrichtsplanung digital!

Aber ich frage mich zunehmend, wie viel Zeit wir in der Schule völlig ineffizient für Abschriften verschwenden. Ich warte auf den Beweis, dass sich beim Abschreiben Inhalte eher festigen – das wird ja oft als Argument ins Feld geführt. Maik Riecken Sehe ich genauso. Das obige Zitat stammt aus einem Beitrag, der nur am Rande mit der Frage Handschrift vs. digitale „Schrift“ zu tun hat. Maik Riecken beschreibt, wie er seine Unterrichtsplanung digitalisiert und dabei merkt, wie viel Freude das machen kann. Es geht mir auch oft wie Maik, dass ich während der Stunde Ergänzungen mache, die Notizen aktualisiere oder Weiter lesen …

Was Schüler (mit Interesse und Selbstbestimmung) leisten können

Im Fach Naturwissenschaft und Technik führen wir an unserer Schule in Klasse 10 zum Abschluss der »NwT-Laufbahn« der Schüler (in der Kursstufe gibt es noch kein NwT) ein großes und sehr frei gehaltenes Projekt zum Thema ›Sonne‹ durch. Darüber hinaus wird in der Regel eine Klassenarbeit als »freie Arbeit« geschrieben, bei der die Schüler sowohl das Thema als auch die Form selbst wählen dürfen (hier die möglichen Formen). Im konkreten Fall war die Vorgabe, dass die Arbeit im weitesten Sinne etwas mit den Thema »Sonne« zu tun haben muss. Es kommt regelmäßig vor, dass bei dieser »freien Klassenarbeit« Spitzenleistungen erbracht Weiter lesen …