Erklärvideos mit Schüler/innen erstellen: Praktische Tipps und Erfahrungen

Seit einiger Zeit erstellen meine Schüler/innen regelmäßig Erklärvideos im Unterricht. Ausführliche Überlegungen und die didaktische Begründung dazu habe ich in diesem Beitrag dokumentiert. Inzwischen habe ich einige Alltagserfahrungen gesammelt, die ich hier gerne teilen möchte. Es gibt nämlich durchaus einige Fallstricke, die ein Videoprojekt trotz guter Planung noch ins Stolpern bringen können. Die folgenden Tipps beziehen sich auf den eigentlichen Aufnahemtag.

Bloggen mit Schülern – Organisation und Technik

Mit Schüler/innen ein Blog zu führen, kann eine sinnvolle und bereichernde Erweiterung des Unterrichts sein. Zum einen kann man in einem Blog regelmäßig Schüler/innen-Texte veröffentlichen und ihnen so mehr Relevanz geben, als wenn sie nur für die Lehrkraft geschrieben werden. Die höher Relevanz erhöht meiner Erfahrung nach auch die Motivation der Schüler/innen, diese Texte angemessen zu gestalten und sie zu überarbeiten, bis sie „passen“. Zum anderen sind Blogs eine Ausdrucksform digital mündiger Bürger, die man als Schüler/in meiner Meinung nach kennengelernt und ausprobiert haben sollte. Von der technischen Umsetzung bis hin zu Medienrechts- und Urheberrechtsfragen sind viele Aspekte relevant, die Weiter lesen …

⅓ frontal, ⅓ individualisiert, ⅓ kooperativ – Hilbert Meyer über Unterrichtsformen

  Hilbert Meyer hat der Süddeutschen Zeitung ein Interview gegeben, in dem er aus meiner Sicht sehr vernünftige und differenzierte Thesen vertritt. Unter anderem reduziert er die Komplexität der Unterrichtssituationen grob auf drei Formen: In meinem Buch unterscheide ich drei Grundformen des Unterrichts: die direkte Instruktion, was im Prinzip dem Frontalunterricht entspricht, den individualisierenden Unterricht, der insbesondere an Grundschulen als Wochenplanarbeit praktiziert wird, und den kooperativen Unterricht, etwa in Form von Projektarbeit. (Quelle) Das scheint mir eine sinnvolle Schematisierung zu sein. Zumal Meyer es für erstrebenswert hält, dass jede der drei Formen etwa zu einem Drittel praktiziert wird. Auch das Weiter lesen …

Schülerblogs in Englisch

Vor einigen Jahren habe ich mal mit Schülerblogs im Unterricht experimentiert und meine Erfahrungen dokumentiert. Auch ein Begleitblog ist damals entstanden. Seither habe ich nicht mehr mit Blogs gearbeitet (die Gründe sind vielfältig), sondern mich eher in Richtung Wikis bewegt. Nun hat mich Manfred Pretz auf zwei Blogs hingewiesen, die seine Schüler im Rahmen des Englischunterrichts verfasst haben. Auf diese Weise ich hier gerne hin: Schülerblog: The Curious Incident of the Dog in the Nighttime Schülerblog: The Absolutely True Diary of a Part-Time Indian Wie immer bei Schülerblogs gilt: Lest die Posts und kommentiert! Es ist nicht leicht, in den Weiter lesen …

Feedback, lernen, wachsen dürfen

Durch Lisa Rosa bin ich heute auf ein Video aufmerksam geworden, das es meines Erachtens wert ist, große Verbreitung in der Lehrerschaft zu finden. Ron Berger from Expeditionary Learning demostrates the transformational power of models, critique, and descriptive feedback to improve student work. Here he tells the story of Austin’s Butterfly. 1st grade students at ANSER Charter School in Boise, ID, helped Austin take a scientific illustration of a butterfly through multiple drafts toward a high-quality final product. Expeditionary Learning: Austin’s Butterfly: Building Excellence in Student Work – Models, Critique, and Descriptive Feedback CC BY-ND 3.0 Ich finde es absolut Weiter lesen …

Constanze Kurz, Frank Rieger: Die Datenfresser – Datenschutz als Schullektüre

Kaum ein Schüler an einer weiterführenden Schule ist nicht in einem sozialen Netzwerk angemeldet. Die meisten Lehrer und Eltern sehen das durchaus kritisch, wenn auch oft nur diffus. Wenn man darüber diskutiert, ist das Hauptargument meist der ominöse Personalchef, der irgendwann bei einer Bewerbung mal was finden könnte, was den sich bewerbenden Schüler in einem schlechten Licht erscheinen lassen könnte. Kein sehr überzeugendes Szenario, zumal meiner Erfahrung nach die meisten Schüler inzwischen grundlegende Privatsphäre-Einstellungen einhalten, so dass ihre Profile nicht komplett öffentlich sind. Datenschutz und Privatsphäre sind Konzepte, die für junge Menschen erfahrungsgemäß abstrakt sind und deren Bedeutung sie nur Weiter lesen …

Erkunden statt Rezept-Klicken

Vor einigen Jahren habe ich eine ganze Reihe von Softwareanleitungen erstellt, um meinen damaligen Medienunterricht damit zu gestalten. Inzwischen bin ich nicht mehr zufrieden mit dem Stil dieser Anleitungen. Sie sind im Grunde nur »Klick-Rezepte«, mit denen man sich die Illusion erarbeiten kann, die bearbeitete Software zu beherrschen. In Wirklichkeit hat man in der Regel nur kopflos ein Rezept abgearbeitet, das zwar zum Ziel geführt hat, das aber nur dann funktioniert, wenn Menüs, Buttons und Einstellungen genau so aussehen, wie im Rezept dargestellt. In der Realität ändert sich Software ständig, auswendig gelernte Klickwege verlieren innerhalb kurzer Zeit ihren Nutzen. Kürzlich Weiter lesen …

Aktuelle Daten (nicht nur) für den Geographie-Unterricht

In letzter Zeit habe ich unter anderem die Themen Wirtschaftsgeographie und Globalisierung in der Kursstufe unterrichtet. Dabei sind einige Datenquellen im Netz sehr nützlich. CIA World Factbook Eine reichhaltige Datenquelle der Amerikanischen CIA, die zu allen Ländern der Welt weitgehend aktuelle Daten in den Bereichen Geographie, Bevölkerung, Regierungsform, Wirtschaft, Kommunikation, Transport und Militär bereit hält. Wolfram alpha (hatte ich schon mal vorgestellt) »Computational Knowledge Engine«, die manchmal wirklich wie eine »Wissensmaschine« anmutet, weil man ihr auch komplexere Anfragen stellen kann, z.B. wie sich das Bruttoinlandsprodukt der bevölkerungsreichsten Staaten der Erde zueinander verhält. Weitere Beispiele: Vergleich von Deutschland, China und Brasilien Weiter lesen …

Video-Tutorials für Wikispaces

Die Wikis von Wikispaces sind meines Erachtens »für Lehrer zum Einstieg in die Wikiarbeit mit Schülern sehr geeignet. Für die schulische Nutzung bekommt man außerdem ein kostenloses Wiki werbefrei. Ich habe unter anderem für meine Schüler eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum raschen Einarbeiten in die Software geschrieben. Auch wenn ich mit meiner eigenen Unterrichtswebsite kürzlich von Wikispaces weg umgezogen bin, kann ich Wikispaces als Anbieter nach wie vor empfehlen. Nun gibt es einen eigenen Youtube-Kanal mit vielen Tutorials zur Arbeit mit Wikispaces. Sehr praktisch. Youtube-Kanal von Wikispaces  

Be open to being wrong

You won’t advance your cause or discover new truths if you’re obsessed with being right all the time—and so the best way to compound your advantage and accomplish even more than you already have is to set out (with relish) to be as open to wrong as often as you can afford to be. sethgodin.typepad.com Ich stimme sehr zu. Aber: Meiner Erfahrung nach besteht die Kunst darin, … die Situationen, in denen man sich Fehler erlauben kann, von denen zu trennen, in denen man sie besser vermeidet, … die für sich persönlich »richtige« Balance zwischen diesen »Baustellen« und den routinierten Weiter lesen …

Misc 2.0

Lernen muss flexibel bleiben. Natürlich sollen wir die neuen Möglichkeiten von Web 2.0 nutzen; aber eine Lernkultur, die sich vom Funktionieren von Apparaten abhängig macht, ist noch problematischer als einseitiger Frontalunterricht. Fontanefan in einem Kommentar bei herrlarbig.de Das Netz ist wichtig, aber das Netz ist nicht alles.  

Verlage möchten auf Schulrechnern schnüffeln

Die Schulbuchverlage planen, jährlich ein Prozent der Schulen digital zu durchsuchen, um illegale Kopien ihrer Werke ausfindig zu machen. Sie haben sich gedacht, dass die Schulträger dabei ja gut helfen könnten und die Kultusminister der Länder fanden das auch gut – also haben sie einen Vertrag geschlossen (PDF), der diese Durchsuchung festlegt. Datenschutzrechtlich ist das natürlich höchst bedenklich: Ob der Staat Lehrer und Schüler überhaupt zum Schutz der wirtschaftlichen Interessen von Privatunternehmern überwachen und ausspionieren darf, ist m.E. ganz generell zu hinterfragen. Denn eine gesetzliche Grundlage für diesen Grundrechtseingriff ist nicht ersichtlich. Ganz unabhängig davon, dass Lehrer und Schulleiter damit gezwungen Weiter lesen …

Sit in straight rows and do what you’re told

Seth Godin über den historischen Hintergrund des aktuell verbreiteten Schulsystems: Part of the rationale to sell this major transformation [gemeint ist die Abschaffung der Kinderarbeit] to industrialists was that educated kids would actually become more compliant and productive workers. Our current system of teaching kids to sit in straight rows and obey instructions isn’t a coincidence—it was an investment in our economic future. The plan: trade short-term child labor wages for longer-term productivity by giving kids a head start in doing what they’re told. Back to (the wrong) school, meine Hervorhebung und Link-Ergänzung. Wenn etwas Normalität geworden ist, vergisst man Weiter lesen …

Online-Privatsphäre schützen

Die Browser-Erweiterung Disconnect unterbindet das Loggen des Surfverhaltens durch verschiedene Dienste wie z.B. Facebook oder Google Search. Sie ist für Firefox, Safari und Chrome erhältlich und kann meines Erachtens helfen, die eigene Privatsphäre im Netz zu schützen. Disconnect Browsererweiterung Für den Mac gibt es außerdem das Programm Cookie, das eine gute Kontrolle über verschiedene Cookies in allen Browsern erlaubt. Man kann z.B. Cookies von bestimmten Websites erlauben, andere regelmäßig löschen lassen etc. Cookie (11,99 EUR, App Store Link), kostenlose Testversion erhältlich.  

Mehr über Browser und das Netz lernen

Schüler (und Lehrer) sollten die Werkzeuge, die sie benutzen, so gut kennen, dass ein reflektierter und verantwortungsvoller Umgang damit möglich ist. Browser gehören zunehmend zu den in der Schule benutzten Werkzeugen. Mit dem „Online-Buch“ 20 Dinge, die ich über Browser und das Web gelernt habe von Google kann man lernen, was Cookies sind, wie man mit Browser-Erweiterungen und Plug-ins umgeht oder wie eine URL aufgebaut ist. Man kann die einzelnen Seiten einzeln verlinken, so dass man Schülern je nach Anlass gezielt die gut aufbereiteten Informationen zugänglich machen kann. 20 Dinge, die ich über Browser und das Web gelernt habe  

Arbeitnehmerkompetenzen oder Persönlichkeitsbildung?

Telepolis hat ein Interview mit Felicitas Römer, die ein Buch über Arme Superkinder geschrieben hat. Hier ein paar relevante Auszüge aus dem Interview. Ein gutes Beispiel dafür, wie Wirtschaft sich immer mehr in Bildung einmischt, sind die so genannten Kompetenzerfassungsbögen für Kita-Kinder: Hier werden schon bei Kleinkindern exakt die Schlüsselkompetenzen abgefragt, die die OECD – also eine hochrangige und international agierende Wirtschaftsinstitution – für Arbeitnehmer definiert hat. Und Unternehmensverbände und Handelskammern fordern ganz offen, dass Schule die Schüler maximal auf den Arbeitsmarkt vorbereiten soll. Auch die Schulzeitverkürzung war keine Idee von Lehrern und Pädagogen, sondern von der Wirtschaft. Hier geht Weiter lesen …

Let them Surf

An der Universität von Süd-Dänemark sollen bis 2012 so viele Prüfungen wie möglich digital abgelegt werden. Dabei werden die Stundenten vollen Internetzugang haben, berichtet die Times Higher Education via Inside Higher Ed. „What you want to test is problem-solving and analytical skills, and … students‘ ability to reflect and discuss one particular topic,“ [Lise Petersen, e-learning project coordinator at the University of Southern Denmark] said. Petersen added that, far from being a soft option, using the Internet as an academic tool was a challenge for most students because of the sheer volume of information available. „The skill is discerning between Weiter lesen …