Curiosity und Huygens: Menschliche Vorposten auf anderen Welten

Zufällig habe ich heute einige Fotos des Curiosity Rovers entdeckt, der gerade auf dem Mars unterwegs ist. Ich wusste natürlich von Curiositys Mars-Mission, hatte sie aber – außer der Landung letztes Jahr – nicht intensiver wahrgenommen.

Das folgende Foto fasziniert mich besonders:

PIA16764: Curiosity Rover’s Self Portrait at ›John Klein‹ Drilling Site, Cropped. Courtesy NASA/JPL-Caltech

Mir wurde bei diesem Bild schlagartig klar, dass sich hier eine von Menschen hergestellte Maschine auf einem anderen Planeten befindet, dass sich dort – soweit wir wissen – kein anderes Leben befindet und dass diese Maschine also einen ganzen, »leeren« Planeten erkundet. Dieses Bild ändert – wie ich finde – die menschliche Perspektive grundlegend, denn es macht deutlich, dass unser Planet nur einer von von Vielen ist. Es gibt da draußen viele »Welten«.

Während einer Dokumentation von Brian Cox hatte ich schon einmal so eine Einsicht. Cox berichtet von der Raumsonde Cassini, die sich in der Umlaufbahn des Saturn-Mondes Titan befand. Cassini schickte ihrerseits eine Sonde namens »Huygens« auf die Oberfläche von Titan, von wo aus diese Fotos zurückschickte. Es stellte sich heraus, dass es auf der Oberfläche von Titan Methanseen gibt. Und die Formen von Steinen zeigten deutliche Spuren von Rundung, so wie das auf der Erde durch fließendes Wasser hervorgerufen wird. Auf Titan gibt es allerdings kein flüssiges Wasser, die Steine wurden durch fließendes Methan gerundet. Methan kommt auf Titan in allen drei Aggregatzuständen vor: Es verdampft und ist gasförmig in der Atmosphäre vorhanden, es bildet Wolken und regnet als flüssiges Methan auf die Oberfläche und es gefriert zu Methan-Eis.

Aufgrund der dichten Atmosphäre und der geringen Gravitation auf Titan wäre der Methanregen ein besonderer Anblick für uns: Murmelgroße Tropfen sinken langsam zu Boden. Eine künstlerische Darstellung von diesem Vorgang zeigt dieses Video ab ca. 1:25. Im März 2011 veröffentlichte die NASA eine Meldung, in der das Phänomen ebenfalls beschrieben wird: Cassini Sees Seasonal Rains Transform Titan’s Surface.

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Zurück zum Curiosity Rover.

Die NASA hat ein animiertes Video veröffentlicht, das die einzelnen Phasen des Flugs zum Mars, der Landung dort sowie typischer Aktionen des Rovers auf der Marsoberfläche zeigt. Faszinierende Sache, wie ich finde. Besonders bei der Landung mit dem »Sky Crane« musste ich zunächst mal nachgooglen, ob es sich dabei um eine geplante zukünftige Aktion handelt, weil es mir so unrealistisch schien. Aber nein: Die haben das tatsächlich so gemacht – und es hat geklappt!

Weitere Details zur Landung gibt es in dieser gut gemachten Infoseite: Entry, Descent, and Landing.

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Ich bin immer wieder fasziniert davon, welche Erkenntnisse über die Welt menschlicher Forschergeist ans Licht bringt.

 

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