Web-basierte Rückmeldungen von Schülern

Als Lehrer kann man auf verschiedenen Wegen in Erfahrung bringen, wie Schüler den eigenen Unterricht erleben. Regelmäßige direkte Rückmeldungen (auf pädagogisch: „Evaluation“) sind eine konstruktive Methode, die unter anderem auch dafür sorgen kann, dass es keinen Fruststau gibt, der sich dann bei Spickmich oder ähnlichen Einrichtungen entladen muss.

Die übliche Feedbackrunde mit Fragebogen aus Papier funktioniert zwar recht gut, hat aber auch ihre Nachteile: zum einen leidet das Kopierkontingent nicht unerheblich, wenn man in verschiedenen Klassen jeweils ca. 30 Kopien dafür aufbringt. Zum anderen ist die Auswertung recht mühsam, weil sie genzwungenermaßen manuell erfolgt.

Hier können web-basierte Umfragedienste Papier sparen und die Arbeit erleichtern. Wenn man mit einer Klasse im Computerraum ist, kann man die Schüler bitten, die ersten fünf bis zehn Minuten den Online-Rückmeldebogen auszufüllen. Alternativ kann man den Link zum Fragebogen per E-Mail verschicken. Zu Hause kann man dann online bequem auf die Ergebnisse zugreifen.

Inzwischen gibt es recht viele Anbieter von so genannten Surveys. Alle gleichen sich in der Art, dass man im Browser einen Fragebogen zusammen stellt, den die „Zielgruppe“ dann online ausfüllen kann. Natürlich möchten die Anbieter dieser Dienste nicht nur ein gutes Werk tun, sondern bauen ihr Geschäftsmodell darauf auf, dass manche Benutzer zwar mit einer kostenlosen und eingeschränkten Version auskommen, andere aber mehr Funktionen wünschen und dafür dann auch bereit sind Geld zu bezahlen.

Im Folgenden werde ich drei Dienste vorstellen, die einen guten Funktionsumfang haben und die sich daher für den Einsatz in der Schule eignen.

Wufoo

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Wufoo hat eine sehr klare und übersichtliche Struktur und lässt sich intuitiv bedienen. Der so genannte Form Builder — der Teil des Programms, mit dem man die „Formulare“ (= Fragebogen) zusammen stellt — funktioniert fast wie ein Desktopprogramm; man merkt kaum, dass man im Browser arbeitet. Die Bearbeitung und Strukturierung der Felder geht zügig und problemlos.

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Außerdem bietet Wufoo die besten Auswertungsmöglichkeiten der drei vorgestellten Dienste an.

Allerdings bestehen in der kostenlosen Version deutliche Einschränkungen: man kann insgesamt nur drei Formulare anlegen, von denen jedes maximal zehn Felder enthalten kann. Auch auf der Auswertungsseite ist man auf drei Reports beschränkt. Insgesamt kann man bis zu hundert Einträge pro Monat sammeln.

Dadurch eignet sich Wufoo nur bedingt für den flächendeckenden Einsatz. Möchte man es einsetzen, muss man sich damit zufrieden geben, die Rückmeldungen nicht komplett nach Klassen zu trennen (normalerweise würde man pro Klasse ein Formular verwenden) und außerdem nicht alle Rückmeldungen im selben Monat einzuholen.

Wufoo gibt es auch in verschiedenen Bezahlversionen, die man in einer Tabelle miteinander vergleichen kann.

SurveyMonkey

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SurveyMonkey schränkt in der kostenlosen Version die Zahl der Formulare nicht ein, so dass man hier freie Hand hat. Pro Formular kann man ebenfalls maximal zehn Fragen unterbringen und pro Monat maximal hundert Rückmeldungen einholen.

Die Auswertungsmöglichkeiten sind in der kostenlosen Version sehr eingeschränkt: man kann die Ergebnisse nur als ganze Formulare durchblättern. Es ist also nicht möglich, die Antworten aller Schüler zu einer bestimmten Frage gesammelt anzuschauen.

Außerdem ist die Gestaltung der Formulare umständlicher als bei den anderen beiden Diensten und man kann nur zwischen fünfzehn verschiedenen Farbkombinationen wählen, von denen keine wirklich gelungen ist.

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Was die Schüler oftmals irritiert, selbst wenn man es vorher ankündigt: nach dem Abschicken des Fragebogens gelangt man auf eine Werbeseite von SurveyMonkey. Wenn man das nicht möchte, muss man die Bezahlversion in Anspruch nehmen. Auch hier gibt es eine genaue Aufstellung über die einzelnen Funktionen jeder Version.

PollDaddy

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PollDaddy erlaubt — wie die beiden anderen Dienste — zehn Fragen pro Formular und hundert Rückmeldungen pro Monat in der kostenlosen Version. Die Zahl der Formulare ist nicht begrenzt, so dass man auch hier pro Klasse einen Fragebogen anlegen kann, der entsprechend nachher getrennt ausgewertet werden kann.

Der Form Builder (auch Survey Editor genannt) ist ähnlich gut wie bei Wufoo. Außerdem bietet PollDaddy mit Abstand die meisten Möglichkeiten, die visuelle und textliche Gestaltung der Fragebögen selbst festzulegen.

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Auch PollDaddy bietet bei der Auswertung nicht alle Funktionen kostenlos an. Man kann allerdings alle Antworten auf eine Frage gesammelt betrachten. Wenn man Multiple Choice Fragen stellt, erhält man auch gleich die grafische Auswertung in Form von Kuchen- oder Balkendiagrammen. In den Fragebogen der kostenlosen Version ist jeweils ein Link zu PollDaddy enthalten. Nach dem Abschicken kann man aber eine eigene Abschlussnachricht schreiben.

PollDaddy bietet neben kompletten Fragebogen (Surveys) auch Polls an: kleine Frageboxen (Widgets), in denen man eine Frage stellt und einige wenige Antworten per Multiple Choice anbietet.

Auch hier gibt es eine detaillierte Aufstellung der kostenlosen und der Bezahlfunktionen.

Fazit

Für alle drei Dienste gilt, dass man mit zehn Fragen pro Formular locker auskommt und in den hundert Rückmeldungen pro Monat ca. drei Klassen „unterbringt“. Wenn mann die „Rückmeldungsaktion“ auf zwei Monate verteilt, hat man von den meisten Schülern Feedback erhalten.

Aus meiner Sicht ist PollDaddy für den kostenlosen Einsatz in der Schule insgesamt am besten geeignet. Die unbegrenzte Zahl von Fragebogen macht es möglich, diese nach Klassen aufzuteilen und die Auswertungsmöglichkeiten reichen für den normalen Gebrauch aus. Der gute Form Builder und die freie Gestaltungsmöglichkeit der Optik eines Fragebogens sind weiter Pluspunkte. Außerdem kann man einen neuen Fragebogen auf der Basis eines Bestehenden erstellen, was in diesem Zusammenhang eine große Erleichterung ist, weil man ja in verschiedenen Klassen meist die gleichen oder zumindest ähnlichen Fragen stellt.

 

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