Was ist Autorität?

Um diese Frage geht es in einem interessanten Interview mit dem Pädagogikprofessor Roland Reichenbach in der ZEIT. Hier (in aller Kürze und unkommentiert) einige Aussagen Reichenbachs, die ich bemerkenswert oder diskussionswürdig finde.

Dieses Gefühl – ernst genommen zu werden –, ist [für die Anerkennung von Autorität] von fundamentaler Bedeutung.
Quelle

Man redet immer dann von der Lehrerpersönlichkeit, wenn man nicht mehr weiter weiß. Alle Versuche von Erziehungswissenschaft und Psychologie, über die Persönlichkeit idealer oder besonders »guter Lehrer« Aussagen zu machen, sind mehr oder weniger gescheitert. […]

Natürlich gibt es den charismatischen Pädagogen. Er ist aber die Ausnahme. Mehrfach wurde versucht, Vorzeigelehrer auf ihre Charaktereigenschaften hin zu untersuchen. Sie sind fachlich versiert, unter Schülern beliebt, bei ihren Kollegen geachtet. Was man aber nie fand, sind Persönlichkeitszüge, die alle diese Lehrer teilten.
[ebd.]

Autorität ist eine Art Vertrauen. Zynische Personen etwa verdienen dieses Vertrauen nicht.
[ebd.]

Es ist ein Fortschritt, dass in Deutschland über pädagogische Autorität zu reden kein Tabu mehr ist. Dennoch tun sich viele Lehrer mit dem Wort schwer. Genau wie mit der Disziplin, die eine Voraussetzung ist für Unterricht und Erziehung. Diese Selbstverständlichkeiten werden bis heute eher vertuscht, wenn etwa von »Lernpartnerschaften« oder von der Lehrperson als »Begleiterin von Lernprozessen« die Rede ist. […]

Egal, wie subtil man Schule gestaltet, sie bleibt auch eine Zwangseinrichtung. […]

Diese grundlegende Tatsache mit politisch korrektem Vokabular zu verschleiern ist unaufrichtig und bringt nichts. Es gehört aber, wie ein Kollege formulierte, zur »Pathologie« des Pädagogenberufs, dass viele Lehrer nicht lehrerhaft sein wollen.
[ebd.]

Autorität ist eine Art Vertrauen

 

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