Twitter-Einstieg für Lehrer

[UPDATE] Ich habe diesen Beitrag am 15.08.2015 überarbeitet, um Links zu korrigieren und einige aktuelle Entwicklungen zu berücksichtigen.


 

Lehrer Lämpel + Twitterlogo

Ich nutze Twitter seit einigen Monaten beruflich und finde es nach wie vor nützlich. Einigen Kollegen habe ich bereits davon erzählt, doch der Einstieg in die produktive Nutzung ist mündlich schwierig zu vermitteln. Daher möchte ich hier knapp die wichtigsten Punkte erläutern. Dieser Beitrag ist damit vor allem meinen geschätzten Kollegen Lei, Lil, Sla und Vie gewidmet.

Wer mehr als die folgende Darstellung lesen möchte, findet in meinen delicious Pinboard-Bookmarks zu Twitter weiteres Material.

1. Was bringt mir Twitter?

Ich habe einige Eindrücke bereits dargestellt: Twitter ist die Lösung. Am wichtigsten sind mir:

  • Hinweise auf gute Materialien und Tools (meist) im Web.
  • Hinweise auf interessante pädagogische Artikel und Diskussionen (teilweise werden die Diskussionen auch direkt in Twitter geführt).
  • Inspirierende Ideen und Gedanken von Kollegen, deren Arbeit ich schätze.

Diese Aspekte werden auch im Beitrag Top-Tweets angesprochen.

Kurz gesagt ist Twitter für mich (momentan) Materialbörse und Plattform für meine andauernde, informelle »Fortbildung 2.0«. Ich habe mir in den letzten Wochen, in denen ich Twitter nutze, mehr Gedanken über grundlegende pädagogische Fragen gemacht als jemals zuvor – einfach weil ich immer wieder auf anregende Blog-Beiträge stoße, über die ich dann nachdenken und/oder schreiben möchte.

2. Was muss ich investieren?

Zeit. Je nach Gusto und Selbstdisziplin zwischen 15 Minuten pro Woche und n Minuten pro Tag. Ich sehe das als fortwährende Investition in die Weiterentwicklung meiner Arbeit und empfinde es daher nicht als Zeitverschwendung – your mileage may vary.

3. Wo fange ich an?

Zunächst braucht man nur einen Twitter-Account.

4. Wie geht’s weiter?

Man kann nur mit dem Twitter-Account und der Twitter-Website anfangen. Allerdings wird das bald ziemlich mühsam und – da man dann nur selbst schreibt – etwas eintönig. Daher lohnt es sich, noch einige weitere Punkte zu beachten.

Die richtigen Leute im Netzwerk — Twitter zeigt in der »Timeline« die eigenen Tweets sowie die Tweets der Leute an, denen man »followt«. Die Qualität und Sinnhaftigkeit von Twitter hängt fast ausschließlich davon ab, wem man followt. Hat man eine Anzahl Leute, die regelmäßig relevante Beiträge oder interessante Ideen posten, ergibt sich oft ein reger Austausch. Wenn dem so ist, entwickelt sich Twitter tatsächlich zur Plattform für ein »personal learning network« (PLN).
Für Lehrer mit der oben von mir benannten Zielsetzung würde ich für den Start folgende Leute empfehlen (Nennung in keiner bestimmten Reihenfolge. Das sind bewusst nicht alles Lehrer – man möchte ja auch ein erfrischendes Zufallselement zur Inspiration dabei haben)

Für alle gilt: Eine Twitter-Followerschaft ist keine Freundschaft fürs Leben. Wenn jemand nur Dinge twittert, die für mich nicht relevant sind, »entfolge« ich eben wieder.

Wer noch mehr Bildungsleuten folgen und diese nach Fächern auswählen möchte, wird in verschiedenen Listen und Verzeichnissen fündig:

Außerdem kann man bei jeder Person sehen, wem sie folgt; da kann man sich auch viele Anregungen holen, z.B. ist hier meine aktuelle Liste. Um diese zu sehen, muss man aber selbst bei Twitter angemeldet sein.

Twitter vom Desktop oder Smartphone aus — Besser als über die Website kann man mit einem Desktop-Programm für Twitter »tweeten« und lesen.

5. Was muss ich sonst noch wissen?

Retweets — Zunächst bietet es sich an, einfach die Tweets der anderen zu lesen. Wenn ein interessanter Beitrag dabei ist, kann man diesen »retweeten«. Das heißt, man veröffentlicht den Beitrag erneut, wobei man »RT« (für »retweet«) und den Benutzernamen des Original-Autors davor setzt (so wie in diesem Beispiel — die o.g. Twitter-Programme machen das automatisch, wenn man die »Retweet« Funktion klickt). Retweets machen Sinn, weil jeder Twitter-Benutzer nur die Beiträge von Leuten sieht, denen er followt und man per RT sicherstellt, dass die »eigenen Leute« den interessanten Beitrag mitbekommen.

URL Shortening — Da Twitter nur 140 Zeichen erlaubt, werden Links (URLs) automatisch mit einem Service bearbeitet, der sie kürzer macht und beim Aufrufen dann an die ursprüngliche Adresse weiter leitet. Der von Twitter standardmäßig verwendete Dienst ist bit.ly Die oben genannten Programme benutzen evtl. verschiedene Dienste zum Kürzen von URLs. Das lässt sich aber einstellen.

Follow Friday — Es hat sich der so genannte »follow friday« eingebürgert. Immer freitags posten die Leute Tipps, wem aus ihrem Netzwerk man folgen könnte. Das ist eine gute Quelle für neue Leute im Netzwerk. Diese Posts erkennt man daran, dass sie viele Benutzernamen enthalten sowie das so genannte hashtag #ff oder #followfriday.

Hashtags sind eine Möglichkeit, einem Tweet ein »Schlagwort« zu geben. Damit lassen sich in manchen Twitter-Programmen dann gezielte Suchen zu einem Thema durchführen. Man macht ein Wort zum hashtag indem man ein Raute-Zeichen davorschreibt wie in diesem Beispiel.

Overload? Abschalten nicht vergessen. — Twitter kann ziemlich rasch eine Menge ›Input Stream‹ erzeugen. Dabei gibt es natürlich neben relevanten Tweets auch eine Menge Rauschen. Ein wichtiger Grundsatz ist für mich, nicht alles lesen zu wollen. Wenn ich keine Zeit habe, bleibt Tweetie aus und beim nächsten Start wird alles Alte als gelesen markiert – Don’t look back. Niemand postet Lebenswichtiges auf Twitter. Und wenn doch, bekommt es so viele Retweets, dass man es dennoch mitbekommt.

6. Soll ich das wirklich machen?

Klar – einfach ausprobieren. Gelöscht ist der Account gleich wieder. Viel Spaß.


[Update 08.04.2015]: Bob Blume hat inzwischen ebenfalls einen lesenswerten Artikel zum Thema Twitter-Einstieg geschrieben:  Warum und wie als Lehrer twittern?

6 thoughts on “Twitter-Einstieg für Lehrer”

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