Schlecht lesbare Schrift = schwierige Aufgabe

Die Psychologen Hyunjin Song und Norbert Schwarz vom Department of Psychology der University of Michigan haben heraus gefunden, dass das Schriftbild einer Aufgabe Einfluss darauf hat, wie schwierig die Aufgabe empfunden wird. Außerdem gingen die Probanden eine Aufgabe weniger motiviert an, wenn die Schrift in der Aufgabenstellung schwere lesbar war. Die Association for Psychological Science fasst die Ergebnisse zusammen.

Daraus kann man für die Schule die Folgerung ableiten, dass die Gestaltung von Arbeitsblättern und Klassenarbeiten sich positiv oder negativ auf die Motivation und eventuell sogar den Erfolg der Schüler auswirken kann. Das ist ein Grund, warum Lehrer zumindest grundlegende Kenntnisse von Typographie und Layout haben sollten.

Außerdem spricht dieses Ergebnis dafür, die von vielen Lehrern geliebte Schrift Comic Sans endgültig in den Müll zu schmeißen. Unter den „Kinderschriften“ ist Comic Sans eine ziemlich Schlechte, da sie extrem krakelig und unsauber geschnitten ist: viele Linien sind leicht geknickt, wodurch es für das Gehirn gerade junger Leser schwierig ist, die Buchstaben schnell zu erfassen.

Die folgende Abbildung zeigt, dass eine kindlich anmutende Schrift durchaus auch klar geschnitten sein kann (wie die im Beispiel verwendete Chalkboard).

Don't use Comic Sans

Man kann sich ohnehin fragen, welchen Zweck der Einsatz von Comic Sans verfolgt: soll eine Klassenarbeit oder ein Arbeitblatt damit „schmackhaft“ gemacht werden, weil es ohne die kindliche Anmutung zu „trocken“ wäre? Solche Zuckerstückchen versüßen die Medizin meist nur sehr kurzfristig – für die Schüler bleibt eine Klassenarbeit eine Klassenarbeit, ob mit oder ohne Comic Sans.

Insofern spricht vieles dafür, sich Grundkenntnisse von Gestaltung und Typographie anzueignen und diese auch in der Textverarbeitung umsetzen zu lernen.

 

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