Raus aus Facebook

Alexander Dill fragt bei Telepolis:

Warum verschenken wir eigentlich unser wertvolles Sozialkapital an russische und chinesische Oligarchen und Goldman Sachs?
Nach dem Atomaussstieg: Jetzt raus aus Facebook!

Er spielt damit auf die letzte Finanzierungsrunde von Facebook an, bei der eine Milliarde Dollar eingetrieben wurden.

Weiter schreibt er:

Jede Initiative, jeder Verlag, jedes Projekt ist bei Facebook und hofft auf die Währung like.

[…]

Diese Schmeichelei und die zauberhaften, falschen Freunde sind es, die uns glauben lassen, wir bräuchten Facebook. Auch meine Verleger und Redakteure freuen sich über den vermeintlichen Multiplikator Facebook. Wenn ich aussteige, verlieren sie ein scheinbar wertvolles like. Und ich ein paar zauberhaft-elegante, exotische Freundinnen und Freunde .
ebd

Da will er nicht mehr mitmachen:

Aber der Grund dafür, dass ich meinen Account lösche, ist kein kultureller oder datenschützlerischer, sondern ein wirtschaftlicher: Ich möchte, dass alle Werbeeinnahmen, die durch meine Inhalte erzielt werden, auch in den Taschen von Süddeutsche, Spiegel, Frankfurter Rundschau, Finanzbuchverlag und heise landen, nicht in den Tresoren von Milliardärsjachten oder auf den Konten von Goldman Sachs.

[…]

Unsere Online-Kommunikation ist eine Form von Sozialkapital. Wir haben keinen Grund, unser Sozialkapital an der Garderobe von globalen Netzwerken abzugeben.
ebd

Daher: Raus aus Facebook.

Im Kontext der Schule halte ich es allerdings für wichtig, dass man diesen Schritt gut begründet und mit den Schülern thematisiert. Sonst sieht es allzu schnell nach ignoranter Verweigerung aus, die mit einem Kopfschütteln abgetan wird.

Wenn wir zumindest ein klein wenig Bewusstsein für den Datenschutz und speziell für die problematischen Aspekte von Facebook schaffen wollen (allzu groß ist unser Einfluss als Lehrer in diesem Bereich ohnehin nicht), müssen wir aber wohl leider beständig darüber reden. Das kann nervig sein, mir fällt aber keine Alternative ein.

Da die meisten Eltern in dieser Frage nicht angemessen kompetent sind, ist die Schule der einzige Ort für junge Menschen, wo diese kritische Diskussion stattfinden kann.

 

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