Getting Real in der Schule: Seek and Celebrate Small Victories

Seek and Celebrate Small Victories

[…] The most important thing in software development is motivation. Motivation is local—if you aren’t motivated by what you are working on right now, then chances are it won’t be as good as it should be. Infact, it’s probably going to suck.

Nicht nur in der Softwareentwicklung ist Motivation ein entscheidender Faktor. Bei praktisch jeder Tätigkeit gibt es eine weite Qualitätspanne zwischen „bestmöglich bearbeitet“ und „mit minimalem Aufwand irgendwie erledigt“ — und die entscheidende Stellgröße dabei ist oft die Motivation. Wenn mir eine Arbeit Freude macht, habe ich gegenüber dem „Minimalmodus“ ein vielfaches an Energie zur Verfügung, die sich in der Qualität des Ergebnisses zeigt.

Natürlich ist es im Alltag nicht immer möglich, mit konstant hoher Motivation zu Werke zu gehen. Doch das ist auch nicht nötig. Ein „schlechter Tag“ wird die Gesamtqualität der Arbeit nicht beeinträchtigen, wenn ich grundsätzlich motiviert und mit Freude bei der Sache bin. Doch auf längere Sicht ist Motivation unerlässlich. Und um sie zu erhalten, sind die „kleinen Erfolge“ bedeutend.

Viele Details, ein Gesamteindruck

Der Alltag in der Schule ist voller Detailerlebnisse: das Gespräch mit einem Schüler aus der achten Klasse über dessen gegenwärtigen Leistungsstand, die kurze Besprechung mit einer Kollegin über den geplanten Wandertag, die Auseinandersetzung mit einer Schülerin über ihr häufiges Zuspätkommen, die Englischstunde, in der die zehnte Klasse völlig unkonzentriert war und vieles mehr. All diese Einzelerlebnisse summieren sich am Ende des Tages zu einem Gesamteindruck, der auf Dauer die Bewertung der eigenen Arbeit und deren Erfolg prägt. Und wie in vielen Bereichen neigt man dazu, die negativen Erlebnisse besonders wahrzunehmen, während man den reibungslosen Ablauf an anderer Stelle lediglich für „normal“ hält und nicht weiter würdigt. Darin liegt ein ungenutztes Motivationspotential.

Die Vielfalt der Einzelerlebnisse umfasst das ganze Spektrum zwischen Erfolgen auf der einen und Misserfolgen auf der anderen Seite. In der Mitte werden die mehr oder weniger neutral empfundenen Ereignisse eingeordnet, denen man meist keine besondere Beachtung schenkt. Viele der neutralen Ereignisse sind jedoch versteckte Erfolge, die wir nicht als solche wahrnehmen. Wenn eine Klasse, die im Allgemeinen unruhig und unkonzentriert ist, seit einigen Stunden gut mitarbeitet und sich die Zahl der Ermahnungen verringert hat, dann kann man das neutral bewerten — „Das hätte ja schon lange so sein sollen“ — oder man kann darin die Früchte der Bemühungen sehen, die man seit Wochen aufgewandt hat. Im zweiten Fall wird man einen „kleinen Erfolg“ verbuchen, der sicherlich zur eigenen Motivation beiträgt. Und die erhöhte Motivation macht weitere positive Erlebnisse wahrscheinlicher.

Positive Rückkopplung

Schafft man es, immer mal wieder diese kleinen Erfolge als solche wahrzunehmen, wirkt sich das positiv auf die Motivation und damit auf die Gesamtqualität der Arbeit aus. Im besten Fall setzt diese Herangehensweise eine positive Rückkopplung in Gang: positive Erlebnisse steigern die Motivation, das sorgt für positive Erlebnisse, die die Motivation steigern usw.

Motivation ist natürlich nicht alles — die verfügbare Arbeitsenergie, die Rahmenbedingungen und vieles mehr spielen ebenfalls eine wichtige Rolle — aber der Ansatz „Seek and celebrate small victories“ schafft gleichsam einen Schutzschild gegen die unausweichlichen Misserfolge und Negativerlebnisse. Diese treffen einen deutlich weniger, wenn man auch die kleinen Erfolge würdigt und dadurch eine positive Grundeinstellung zur eigenen Arbeit hat.

Dieser Artikel ist Teil einer Serie. Um ihn einzuordnen, lesen Sie am besten den einleitenden Beitrag: Getting Real in der Schule

 

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