Bye bye Facebook

Facebook könnte eine schöne Sache sein. Vieles an der Gestaltung der Benutzeroberfläche und an den Interaktionsmöglichkeiten gefällt mir sehr gut. Was ich aber nicht länger akzeptieren möchte, ist die Art und Weise, wie Facebook mit meinen Daten umgeht.

Datenschutz und Vertrauen

Bezüglich des Datenschutzes fühlte ich mich bei Facebook noch nie wohl. Die so genannten Datenschutzrichtlinien sind zu schwammig formuliert, enthalten zu viele offene oder euphemistische Formulierungen.

Es heißt z.B. in den »Datenschutzrichtlinien«:

Du entscheidest selbst, in welchem Umfang du über Facebook Informationen mit anderen teilen möchtest. (Quelle)

Ein paar Zeilen später dagegen steht:

Einige Informationen, wie dein Name, Profilbild, deine Freundeslisten, Seiten, von denen du ein Fan bist, dein Geschlecht , geografische Region, denen du angehörst, werden als öffentlich zugänglich angesehen und stehen allen Personen und von Facebook unterstützten Anwendungen zur Verfügung. (Quelle)

Was denn nun? Entscheide ich, welche Daten ich teilen möchte? Dann doch wohl über alle persönlichen Daten.

Noch weiter unten steht Folgendes:

Gelegentlich tauschen wir gesammelte Informationen mit Dritten aus, damit wir unseren Dienst verbessern oder fördern können. Dabei gehen wir allerdings so vor, dass sich kein einzelner Nutzer erkennen oder mit einer bestimmten Handlung sowie Information verknüpfen lässt. (Quelle, meine Hervorhebung)

Das ist eine typische Formulierung, mit der sich Facebook selbst weitgehende Rechte über meine Daten einräumt ohne näher anzugeben, wie oft, in welchem Umfang und mit wem meine Daten ausgetauscht werden. Natürlich hält man es auch nicht für nötig, mich darüber zu informieren oder gar um Erlaubnis zu bitten. Und die »Verbesserung und Förderung« des Dienstes scheint mir auch eher den (Geschäfts)interessen von Facebook zu dienen als meinen eigenen.

Übertragung von Nutzungsrechten

In der Erklärung der Rechte und Pflichten gibt es u.a. einen interessanten Passus bezüglich der Nutzung meiner Inhalte (z.B. hochgeladener Fotos):

Für Inhalte, die unter die Rechte an geistigem Eigentum fallen, wie Fotos und Videos (»IP-Inhalte«), erteilst du uns vorbehaltlich deiner Privatsphäre- und Anwendungseinstellungen die folgende Erlaubnis: Du gibst uns eine nicht-exklusive, übertragbare, unterlizenzierbare, unentgeltliche, weltweite Lizenz für die Nutzung jeglicher IP-Inhalte, die du auf oder im Zusammenhang mit Facebook postest (»IP-Lizenz«). (Quelle, meine Hervorhebung).

Das verstehe ich so, dass Facebook z.B. gepostete Fotos für alle möglichen Zwecke verwenden und die Rechte sogar an Dritte weiterverkaufen darf (siehe »unterlizenzierbar«). Aus diesem Grund habe ich z.B. nie Fotos direkt hochgeladen, sondern immer via flickr eingebunden. Zwar weiß ich nicht, ob ich damit die obige Bestimmung umgehe, ich kann mich aber zumindest wieder von Facebook zurückziehen, ohne damit meine Webfotoalben zu verlieren.

Automatische Weitergabe von Nutzerdaten

Vor einigen Tagen meldete nun heise.de, dass ein neuer »Vorschlag« zur Änderung der Nutzungsbedingungen vorsieht, Nutzerdaten automatisch weiterzugeben. Facebook schreibt:

Um dir die Möglichkeit zu geben, auch außerhalb von Facebook nützliche Erfahrungen im sozialen Bereich machen zu können, sind wir gelegentlich gezwungen, anderen überprüften Webseiten und Anwendungen, die sich auf die Facebook-Plattform stützen, allgemeine Daten über dich zur Verfügung zu stellen, wenn du diese besuchst (Quelle, meine Hervorhebung).

Das ist mir nun endgültig zu viel. Abgesehen von der unverschämten und überheblichen Formulierung, Facebook sei zu diesem Schritt »gezwungen«, damit ich auch außerhalb seiner Anwendung »nützliche Erfahrungen« machen kann, ist dieses Vorgehen für mich inakzeptabel. Die Rechte der Nutzer und ihr Interesse am Schutz der eigenen persönlichen Daten werden meines Erachtens damit grob missachtet.

Fazit

Insgesamt macht Facebook den Eindruck, meine Daten ziemlich unverholen zu Geld machen zu wollen. Mit dem letzten Schritt der automatischen Weitergabe meiner Daten ist für mich die Grenze des Akzeptablen überschritten.

Ich werde meinen Account in den nächsten Tagen löschen – nicht nur deaktivieren, wie das im Profil selbst möglich ist, sondern richtig löschen (lassen). Was beides bedeutet, wird in der Facebook-Hilfe erklärt.

Ich hoffe, ich kann Facebook zumindest in dieser Hinsicht vertrauen. Denn eine Löschbestätigung scheint nicht vorgesehen zu sein.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.