Mini-Projekt: Gefährdung durch Erdöl und Erdgas

Im Neigungskurs Geographie in Baden-Württemberg gibt es im Zusammenhang mit dem Großthema „Lagerstätten“ auch den Aspekt „Gefährdungspotential durch die Förderung und den Transport von Erdöl und Erdgas“.

Hierzu habe ich mit den Schülern das folgende Mini-Projekt durchgeführt. Die Schüler bekamen zur Einführung den Artikel Das schmutzige Ölgeschäft zu lesen und erhielten dann eines der folgenden Themen zu gewiesen:

  • Ölsandförderung in Kanada
  • Pipelines in der sibirischen Tundra
  • Zerstörung des Regenwaldes in Ecuador
  • Verschmutzung des Nigerdeltas in Nigeria

Außerdem erhielten sie den unten stehenden Arbeitsauftrag. Sie hatten 3 Doppelstunden Zeit, in denen sie recherchierten. Ab der zweiten Stunde konnten sie mit mir jeweils im Einzelgespräch ihre Fortschritte, Ideen und Fragen besprechen. In der vierten Doppelstunde wurden die Papers vorgestellt und besprochen. Die nicht vorgestellten Arbeiten wurden für alle im Online-Klassenzimmer (Moodle) zugänglich gemacht.

Neben der inhaltlichen Arbeit steht auch die Arbeitsmethode „Recherche“ mit verschiedenen Aspekten im Mittelpunkt: sinnvolles Recherchieren, Beachtung und Bewertung der Quellen, sinnvolles Sammeln der Ergebnisse (in diesem Fall mit Evernote). Diese Aspekte hatten wir im Verlauf des Unterrichts mehrfach besprochen und erarbeitet, so dass dieses Projekt für die Schüler Transfer und Anwendung verschiedener Lerninhalte darstellte.

Arbeitsmaterial

Der Arbeitsauftrag ist unten komplett wieder gegeben. Wer Moodle verwendet, kann den Arbeitsauftrag im Markdown-Format herunterladen und direkt als Arbeitsmaterial „Textseite ohne Editor“ einfügen.


Gefährdungspotential durch die Förderung und den Transport von Erdöl und Erdgas

In den kommenden vier Doppelstunden werden wir uns verschiedene Beispiele für Schäden, Veränderungen und Risiken anschauen, die durch die Förderung und den Transport von Erdöl und Erdgas verursacht werden. Dabei nehmen wir bewusst eine umfassende geographische Betrachtungsweise ein: nicht nur physisch-geographische Bereiche wie Gewässer, Boden, Vegetation, Klima sollen untersucht werden, sondern auch kulturgeographische wie z.B. Bevölkerungsentwicklung, Migration (Wanderung von Menschen), soziale Veränderungen etc.

Ihr müsst dazu keine spezialisierte Literatur verwenden, sondern lediglich in den gefunden Quellen nach den entsprechenden Themen Ausschau halten. Im Artikel über den kanadischen Ölsand sind zum Beispiel verschiedene bevölkerungsgeographische und sozialgeographische Aspekte erwähnt1 – man muss nur die entsprechende „Brille“ aufhaben, um sie wahrzunehmen.

Recherche

Jeder von Euch wird eigenständig recherchieren und seine Ergebnisse in einem Paper von ca. 2 – 3 Seiten zusammen fassen. Dabei ist jeder für sein eigenes Ergebnis verantwortlich, aber natürlich ist es sinnvoll, während der Vorbereitung mit den anderen Schülern zu kooperieren, die das gleiche Thema bearbeiten.
Ich schlage vor, dass Ihr dieses Mini-Projekt zum Anlass nehmt, um Evernote auszuprobieren. Dazu kann sich jeder zunächst einen Evernote-Account anlegen (Anleitung) bevor Ihr mit der eigentlichen Arbeit beginnt. 
Außerdem solltet Ihr einige Recherche-Tipps durcharbeiten (inklusive der dort verlinkten Hinweise zu den Quellenangaben).

Anschließend solltet Ihr umfassend suchen (verwendet neben Google auch die Yahoo Websuche sowie speziell die Websites der großen deutschen Zeitungen: FAZ, Frankfurter Rundschau, Süddeutsche und SPIEGEL).

Inhalt

Auf folgende Aspekte solltet Ihr eingehen:

  • Welche Lagerstätten werden im vorliegenden Beispiel auf welche Art abgebaut?
  • Welche Risiken bestehen, welche Schäden sind bereits aufgetreten und was sind ihre Ursachen?
  • Welche Bereiche sind von den Risiken/Schäden betroffen (Gewässer, Atmosphäre, Vegetation etc. – (Teile der) Bevölkerung, Infrastruktur, etc.)?
  • Was sind die langfristigen Konsequenzen aus den Risiken/Schäden?
  • Gibt es Lösungsansätze (explizit genannt oder von Euch erkannt)? Werden sie angestrebt/umgesetzt? Falls nicht, warum nicht?
Form
  • Ausformulierte, knappe Absätze, klare Gliederung mit Zwischenüberschriften
  • Struktur mit
    • Einleitung (1 – 2 Absätze, die das Thema überblicksartig darstellen),
    • Hauptteil mit den Details, Abbildungen etc.,
    • Schluss mit eigener Beurteilung des Themas/der Problematik,
    • Quellenanagaben inklusive einer Einschätzung jeder einzelnen Textquelle: „sehr verlässlich“, „mäßig verlässlich“, „wenig verlässlich“ (jeweils mit Begründung in Stichworten).
Vorstellung der Themen

Am Montag, xx.xx.2009 werden wir zu jedem Thema ein bis zwei Referenten hören. Ihr tragt den Inhalt mündlich vor, ohne ihn wörtlich abzulesen. Allerdings müsst Ihr auch keinen Vortrag im eigentlichen Sinn halten – wir werden im Hufeisen sitzen, der Referent sitzt am Pult und schildert in einem normalen „Alltagston“ den Inhalt seiner Recherche. Die Zuhörer haben dabei das jeweilige Paper vor sich liegen. Jeder Referent muss seinen Stoff in ca. 10 Minuten strukturiert darbieten können. Anschließend stellen die Zuhörer Fragen.

Außerdem postet jeder bis Sonntag, xx.xx.2009 (20.00 Uhr) sein Paper ins Moodle Online-Klassenzimmer (als Antwort auf dem entsprechenden Beitrag im Forum dort). So kann jeder sich die Papers aller anderen Referenten durchlesen und bei Bedarf ausdrucken.


1 Diesen Artikel hatten wir bereits zuvor beim Thema „Ölsande“ besprochen.

 

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